Popstickel – Nice

Was erwartet man für Musik, wenn man das Cover von „Nice“ von Popstickel anschaut? Heimatmusik wegen der Berge? Oder Surfmusik wegen der perfekten Welle oder einfache Sommerhits wegen der ganzen unterschiedlichen Eise am Stiel / Waffel auf dem Artwork? Man sieht Dolomiti, aber Happen und Cornetto und Florida Pop. Letzteres Eis kann ein Hinweis auf die Musik sein. Außen zarter Schmelz, innen fruchtig und auch so bunt wie Dolomiti.

Es ist zeitgemäße Pop-Musik, die irgendwie so anständig ist, um im Radio laufen zu können. Aber sie können auch schräge Indie-Pop Songs wie das Titelstück schreiben. Bei diesem Lied kann man an frische Acts wie Bilderbuch denken, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen, moderne Songs zu schreiben. Aber bei „Mir“ klingen Popstickel auch sehr nach einer theatralischen Version von Revolverheld.

Doch das ist eher die Ausnahme, es gibt auch Musik die Drive hat wie ein Cabrio im Sommer auf der Schnellstraße, wie „Spiel“, das leicht ist und dennoch genug Schwung hat. Bei „Priest“ perlt das Piano wie Sekt auf einem Fest, und auch „Lied“ ist schön arrangiert. Ein Song, der sich steigert und bei dem ein Orchester immer kraftvoller und imposanter wird. Man merkt, dass Popstickel viel vorhaben, und manchmal sind die Ziele recht hoch, aber lieber Ziele stecken, die schwer erreichbar sind, als auf niedrigen Level unterwegs sein.

Erschienen bei: Priest Records

www.popstickel.de

Samavayo – Vatan

Man mag meinen, dass das sechste Album „Vatan“ von Samavayo ein Alterswerk geworden ist. Denn „Vatan“ ist persisch und bedeutet Heimat, und dieses Gefühl wird ja meistens im Alter aktiver. Man ist auf der Suche nach seinen Wurzeln und auch dabei, sich niederzulassen. Man hat alles erlebt und weiß meist, was man will.

Hinter Samavayo steckt ein Trio aus Sänger Behrang Alavi und den beiden Voland-Brüdern. 2005 kam ihr Debüt „Death.March.Melodies!“ heraus, und seitdem erarbeitet sich die Berliner Band eine immer größere Fan-Basis. Kommen wir zurück zu ihrem neuen Langspieler „Vatan“, und natürlich ist es noch kein klassisches Alterswerk, denn die Band bleibt wuchtig wie gewohnt. Dabei sind die Melodien geradliniger, aber noch immer nicht gleichförmig.

Samavayo bleiben ihrem Stoner-Rock treu und haben ihn noch griffiger gestaltet. Darin liegt eine kleine Gefahr. Die erkennt man beim Opener und zudem Single „Precarication Nation“. Schnell hört man hier Riffs, die man auch von Tool kennt. Doch sie auf diese Referenz zu reduzieren, ist nicht fair, zumal der Gesang von Behrang Alavi wuchtig ist und durchaus auch einen eigenen Stempel den Songs aufdrückt. Das Titelstück beeindruckt durch klangliche Dichte, und dass auf Persisch gesungen wird, macht diesen Song zu einem schönen Exoten.

Auch „Sirens“ ist unheimlich kompakt und wahrlich ein Hit, bei den Samavayo der Konkurrenz in Nichts nachstehen. Zum Ende hin wird die Dichte dann lockerer und sogar luftig, wie bei dem leichten Math-Rock-Stück „Marionette“, oder die Songs bekommen mehr satten Hüftschwung wie bei „Time To Die“. Auf „Vatan“ zeigen sich Samavayo wesentlich aufgeräumter und dennoch wuchtig, und die Sache mit der Tool-Ähnlichkeit fällt nicht weiter ins Gewicht.

Erschienen bei: Noisolution / Soulfood

www.samavayo.com

Within Temptation – Resist

Sicherlich werden die Fans der ersten Stunde vom neuen Within-Temptation-Album „Resist“ enttäuscht sein. Doch die Band stand am Ende und laut Sängerin Sharon den Adel: “hätte es ‘Resist’ nicht gegeben, gäbe es Within Temptation wohl auch nicht mehr.”. Deswegen hat es auch sechs Jahre gebraucht, bis „Resist“ draußen ist.

Die Band war also an mehreren Scheidewegen, und von daher kann man von Glück reden, dass es nun doch ein neues Album gibt. Und dennoch wird es einigen Fans doch vor den Kopf stoßen, schließlich ist es dass poppigste Werk von Within Temptation. Dazu noch die Vorab-Single „In Vain“, welche doch lange kraftlos ihren Weg sucht und im ganzen doch eher ein Schwachpunkt auf diesem siebten Album der Band ist. Ansonsten bleiben sie sich aber in vielen Momenten treu und servieren noch immer gerne symphonischen Metal, bei dem es auch diesmal jede Menge Hymnen gibt.

Das ganze mit dem gewohnten Bombast, wie etwa bei „Supernova“, das mit dem kathedralenmäßigen Aufbau schon Eindruck schinden kann. Dennoch ist dieser Song recht griffig und poppig und wird sicherlich nicht bei jedem gut ankommen. Bei „Endless War“ wird es nicht anders sein, denn es gibt elektronische Momente und klingt so, als wäre der Song von Rihanna geschrieben worden. Mehr Eindruck schindet der Opener, „The Reckoning“ geht ein wenig in Richtung Mittelalter-Rock, ohne dabei ein Klischee davon zu bedienen und wird mit Gastsänger Jacoby Shaddix von Papa Roach ergänzt. „Raise Your Banner“ mit In-Flames-Musiker Anders Fridén ist wirklich kraftvoll und mitreißend und sicherlich eines der Highlights auf „Resist“.

Der Schlusssong ist zwar auch so poppig, dass er bei RSH kaum auffallen würde, zeigt aber auch die Stärke, dass Within Temptation auch Pop mit Metal verbinden können. Auch wenn das nicht jedem schmecken wird.

Erschienen bei: Vertigo / Universal

www.resist-temptation.com/

Mike Krol – Power Chords

Selten passten Album-Titel und Musik so gut zusammen wie bei Mike Krols viertem Album. „Power Chords“ heißt es, und von diesen gibt es jede Menge bei den elf Liedern. Damit schafft die Platte auch etwas, was in letzter Zeit selten geworden ist: mit einfachen Gitarren-Akorden den Rock in seiner besten Vitalität zu zeigen. Versuchen die heutigen Indie-Platten, möglichst alle Fans und Genres zu bedienen, pfeift der Herr aus Los Angeles auf diesen Ansatz. Geradliniger Garage-Punk wird einem hier um die Ohren gehauen, und dabei entstehen Melodien, die man selten so lebendig erlebt hat.

Mike Krol schreit und brüllt hier kraftvoll umher, das Ganze jagt er auch noch durch einen Verstärker, und so klingt sein Gesang immer überschnappend. Aber auch eine Punk-Attitüde ist dadurch noch leichter auszumachen. Dennoch sind die neuen Lieder in Wirklichkeit klassische Power-Pop-Nummern, die an allen Ecken angeraut sind. Aber tief im Herzen wollen einen die Melodien so schwummrig im Kopf machen, als hätte man im Sommer zuviel Eis auf einmal verputzt.

Genauso glücklich machen einen die Songs auf dieser Platte. Überall sind Energie und griffige Momente, und dennoch nutzt sich keines der Lieder ab, auch nach mehrfachem Hören ist es eine Freude, diese unbändigen und vor Lebensfreude strotzenden Unikate zu hören. Den berühmten Schlag hat Mike Krol hier auch noch zuhauf, und man könnte sagen, dass er das rotzige und konzentrierte Gegenstück zu Adam Green ist.

Erschienen bei: Merge / Cargo

https://www.facebook.com/pg/mikefredkrol/about/?ref=page_internal

Cherry Glazerr – Stuffed Ready

2013 haben Cherry Glazerr ihre ersten musikalischen Gehversuche in Form einer Cassette namens „Papa Cremp“ herausgebracht. Damals ein wilder Ritt aus Garage-Rock und auch einer gesunden Portion Punk. Das haben sie bis zum letzten Album „Apocalipstick“ aufrecht gehalten. Jetzt, beim neuen Werk „Stuffed Ready“, ist Garage-Rock kaum noch vorhanden, der Punk hat sich auch ein wenig gewandelt.

Das ist unter anderem in der Band und vor allem bei der Frontrau Clementine Creevy zu bemerken. Gar nicht wegen den optischen Anmutung, sondern anhand ihres Gesangs, der nicht zwingend auf Schönklang achtet und gerne auch mal schief ist. Dennoch wickelt sie einen damit um die Finger, vielleicht weil er herrlich naiv anmutet und sie es dennoch faustdick hinter den Ohren hat. Ansonsten ist dieses vierte Werk aber durchaus milder und nicht mehr ganz so gegen den Strich gebürstet.

Die Songs sind mittlerweile auch gerne wunderbar verträumt, wie etwa „Pieces“, welches schon Lo-Fi-Dream Pop ist, und auch „Stupid Fish“ hat mehr melancholische Töne und sogar eine The Smiths-Gitarre. Ja, die Band hat sich für Jangle-Pop geöffnet und auch für ruhigere Töne. Auch sind die Melodien diesmal mit leichter Schwermut bestückt, wie der Opener „Ohio“. Dennoch ist in diesem Song genug Kraft vorhanden, und das Trio lärmt bittersüß in Shoegazing-Manier. Cherry Glazerr sind diesmal zwar noch immer noisig, aber auf anderen Wegen unterwegs.

Sie besinnen sich auf Indie-Rock-Sounds, die ihre Wurzeln in den vorherigen Dekaden finden. Diesmal sind sie dichter an The Smiths und My Bloody Valentine als an alten Garage-Haudegen und Punk-Recken. Manchmal muss man sich als Fan daran gewöhnen und vermisst ein wenig die Wucht. Gibt man „Stuffed Ready“ allerdings mehrere Durchläufen, kann man dem neuen Weg folgen und erfreut sich sogar an diesem.

Erschienen bei: Secretly Canadian / Cargo

cherry-glazerr.com

Nubiyan Twist – Jungle Run

Nubiyan Twist sind sicherlich eine der besten Livebands Großbritanniens, und die Musik ist so, wie wie man sich derzeit deren Heimat nicht ganz vorstellt. Wobei diese 12-köpfige-Truppe von Leeds noch London umgesiedelt ist.

Aber in Zeiten vom Brexit stellt man sich dieses Land ein wenig trist vor und nicht so lebensbejahend wie die Musik von Nubiyan Twist. Frontfrau und Namensgeberin Nubiya Brandon erschafft auf dem zweiten Langspieler „Jungle Run“ ein Album, für das man das verwelkte Wort Crossover auch gerne wieder nutzen darf.

Denn hier prallen Kulturen aufienander und erleiden dennoch keinen Kollateralschaden. Nicht einmal leichte Kratzer im Lack sind zu verzeichnen, vielleicht ist es aber auch so, dass solche Kleinigkeiten keine Rolle spielen. Denn was bei jedem Song mitschwingt, und bei „Basa Basa“, ist die Lebensfreude, und dennoch können sie auch durchaus elegant klingen, wie bei „Brother“. Musikalisch ist bei diesem Crossover Vieles möglich. Soul ist genauso vorhanden wie Latin. Aber sanfte Ausflüge zum HipHop gibt es, und Jazz ist auch nicht weit. Dazu noch Afrobeats, und diese beherrschen die Briten von Nubiyan Twist so gut, dass Tony Allen ein Fan ist und Mulatu Astatke bei „Addis To London“ sogar mitspielt.

Solch prominente Unterstützung muss man als Nachwuchs auch erst einmal verbuchen können, und sie zeigt, dass Nubiyan Twist wirklich gute Musiker sind. Sie schaffen trotz der vielen Köche, dass der Brei ungemein lecker klingt, bei dem immer wieder neue klangliche Explosionen vorhanden sind. Man wird überrascht, aber nicht überfordert.

Erschienen bei: Strut

www.nubiyantwist.co.uk

Cari Cari – Anaana

Irgendwie hatte ich dass Gefühl, dass Cari Cari mit etwas chilliger Musik zu tun hat. Leichte Electro-Beats, die sich wunderbar machen bei herrlichem Sonnenwetter. Doch mit dieser Vermutung lag ich vollkommen falsch. Keine Musik zur seichten Strandberieselung, das Einzige, das vielleicht vorkommt, ist Sand. Denn Cari Cari haben auf ihren Debüt „Anaana“ Wüstenrock in Massen zu bieten, und schönen, dabei ist auch alles klasse.

Die Gitarren sind trocken und spielen manchmal eine Art Psychobilly, die Drums hingegen sind saftig und kommen auch mal aus dem Computer. Diese Tatsache ist aber nicht so schlimm, denn irgendwie haben sie es hinbekommen, dass alles zusammenpasst. Und die beiden Österreicher können es noch besser, sie schaffen es, dass selbst ein Didgeridoo hier nicht klischeehaft nach drittklassiger Ethno-Musik klingt. Beim Titelstück kommt eine richtig kraftvolle Gitarre zum Einsatz, die schon fast des Stoner-Rock würdig ist.

„Apache“ ist ein wilder Ritt mit Surf-Gitarren und wildem Gesang von Sängerin Stephanie Widmer. An ihrer Seite ist Alexander Köck für die Gitarre zuständig. Beide kommen aus Österreich, lebten aber schon in London und Hamburg und bereisten allerhand Länder. Von dort kommt auch der Weitwinkel in ihrer Musik. Sie verbinden also kulturell unterschiedliche Facetten und klingen dennoch meist mehr nach westlicher Rockmusik. Beispielswiese „Mechikko“ klingt nahe an The Raveonettes, nur ein wenig mehr nach Wüste und Einsamkeit, aber nicht weniger klasse und cool.

Bei „After The Goldrush“ spielen die beiden Kosmopoliten einen astreinen Blues, der in die Neuzeit gebeamt wurde. „Anaana“ ist eine moderne und dennoch traditionelle Rock-Platte geworden, die weit weg ist von austauschbarer Strand-Musik.

Erschienen bei: Ink 104 / Rough Trade

www.caricariragazzi.com

Fokn Bois – Afrobeats LoL

Hinter Fokn Bois verbirgt sich ein Duo aus Accra in Ghana, und das war Anfang dieses Jahrzehnts recht emsig. Zwei digitale Alben erschienen bis 2012, und auch einzelene Tracks haben sie herausgebracht. Es lief also wie geschmiert, und dennoch war es ab 2013 richtig ruhig, und man dachte, die beiden basteln nicht mehr an neuen Songs.

Doch nun, nach sechs Jahren Ruhe, sind M3NSA und Wanlov The Kubolor, die selbsternannten „Gypsy Princes of Pidgen Rap“ zurück. In diesen Jahren ist viel passiert, und das merkt man auch daran, wie die Menschheit kommuniziert. Emojis sind mittlerweile eine anerkannte Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken, ohne dabei lange mit den richtigen Worten zu hantieren. Deswegen ist auf dem dritten Album auch das LoL-Emoji zu finden, und auch bei jedem einzelnen Track haben sie zur Verständlichkeit ein Emoji verwendet.

Musikalisch machen die beiden Afrobeats, die mit unterschiedlichem Tempo daher kommen, aber vor allem eines wollen: Afrobeats für Erwachsene machen und das Alberne weglassen. In der Tat ist die Musik treibend und hat einen Groove, der nicht zu wild daher kommt und dennoch druckvoll ist. HipHop spielt hier auch eine Rolle, schließlich haben die beiden von Fokn Bois ihre Wurzeln in dieser Musik, nur haben sie nicht amerikanische Vorbilder, sondern binden auch Sounds aus ihrer Heimat ein.

Sie lieben ihre Heimat, und deswegen sind die Gäste auf dem dritten Langspieler „Afrobeats LoL“ auch alle aus Ghana. Schön ist auch, dass die Arrangements nicht überladen sind und somit alles schnell packend daher kommt. Der packendste Song ist „Wo Nim Mi“, welcher modern klingt und einen mit den Beats nicht erschlägt, im Gegenteil, der Bass massiert sanft.

Erschienen bei: Idol

foknbois.bandcamp.com/

Baba & Djana Sissoko – Fasiya

Baba Sissoko ist in Bamako / Mali geboren und beherrscht einige Instrumente, die nur sehr Wenige so gekonnt spielen. Die meisten davon sind in unseren Breitengraden doch eher unbekannt. Allen voran gilt er als Meister des Tamini, einer Talking Drum, die er schon seit seiner Kindheit spielt und von seinen Verwandten erlernt hat. Diese sind in Mali auch bekannt für ihre Musik.

Das Besondere an dieser Tamini ist, dass er mit einer organischen Bewegung viele Rhythmen erzeugen kann. Und das neue Werk „Fasiya“ ist auch ziemlich rhythtmusbetont und treibend, was sicherlich auch diesem Instrument zu verdanken ist. Ein anderer Grund ist auch, dass Baba Sissoko einer alten Griot-Dynastie entsprungen sein soll, die mit Musik die Herzen beruhigen soll, allerdings nicht die Beine. Die werden hier immer angetrieben von einem Rhythtmus, den man hierzulande auch beim Afrobeat einordnen würde.

Ein gutes Beispiel ist „Aye Donke“, ein treibendes Stück, welches die ganze Zeit in Bewegung ist, dabei Bläser, sonderbares Schlagwerk und dennoch herzlicher Gesang von ihm und Djana Sissoko zu hören ist. Mehr Funk hat allerdings „Samory“, was vor allem an der toll ausgearbeiteten Bläser-Fraktion liegt und dem kraftvollen Gesang von Djana. Man merkt, dass Baba seine traditionelle Musik aus Mali auch mit modernen Elementen aufwertet, ohne seine Spuren zu verwischen.

Zudem schaut er gerne über den Tellerrand, was man unter anderem bei „Samory“ bemerkt. Aber auch die Tatsache, dass er bei „Mande Masadjo“ eine malische Version des Blues spielt, zeigt, wie vielseitig die beiden auf „Fasiya“ unterwegs sind.

Erschienen bei: Blind Faith Records

https://babandjanasissoko.bandcamp.com/album/fasiya

Denver Broncos UK -Songs One Though Sixteen

Auch wenn einem die Band namens Denver Broncos UK nicht viel sagt, haben sie doch bekannte Befürworter, und so spielte die ganze Besetzung bei Jack Whites Tribute Album „Rock Legends“ mit. Das alleine ist ja schon ein Zeichen, dass dieses Quartett, bestehend aus Munly Munly, Lord Dwight Pentacost, Rebecca Vera und Slim Cessna von Slim Cessna’s Auto Club, musikalisch son versiert sein muss. Sie spielten mit Wanda Jackson, Shooter Jennings, Robert Gorden, Los Straightjackets, Gary U.S. Bonds und vielen weiteren bei diesem Tribute.

Wer jetzt auf dem zweiten Langspieler von Denver Broncos UK aber Rock´n`Roll aus der guten alten Zeit erwartet, der wird hier enttäuscht. Auf „Songs One Though Sixteen“ spielen sie eine seltsame Art von Musik. Düsterer Americana-Folk, mehr dem Goth-Rock zugewandt als den Country-Spuren. Dabei setzt die Musik von Denver Broncos UK auch merkwürdige Instrumente ein, Saiteninstrumente und Percussions sind zwar grundlegend gewöhnlich, aber von dieser Band wird es vorgetragen, als würden sie in einer Geisterstadt ihre Behausung bezogen haben. Dazu auch mal Streicher und beängstigende Orgel machen die Musik nicht unbedingt leichter.

Die Band selbst bezeichnet das ganze als „A beautifully haunting brand of stark acoustic-gloom that will inevitably send shivers down the spines of the most seasoned fans“ und liegt damit richtig. Musikalisch sind die 16 Stücke, verteilt auf zwei CDs und entsprechenden Vinyl-Seiten, dann auch dem Alternative Americana zugewandt und klingen, als würden The Residents nun Folk machen. Der Gesang von Jay Munly hat eine gewisse Ähnlichkeit zu alten Goth-Helden wie Nick Cave oder Peter Murphy, und mit dem Gesang von Rebecca Vera gibt es auch einen guten Kontrast. Ganz stimmig zwar, und dennoch windschiefe Musik für mutige Hörer.

Erschienen bei: Glitterhouse

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