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Thundercat – Distracted

Es wird ja oft geschrieben, dass Musiker keine Grenzen kennen, auf kaum einem Musiker trifft es zu wie auf Stephen Lee Bruner. Denn dieser war bei der Hardcore Trash Metal Band Suicidal Tendencies tätig hat aber auch beim Elektronik-Frickler von Flying Lotus. Auch sonst arbeitet er mit unterschiedlichen Künstlern zusammen wie, Kendrick Lamar, Justice, Asap Rocky oder Gorillaz. Gerade für die letzten Acts war er in den letzten Jahren tätig und deswegen ruhte sein Künstlername Thundercat.

Sechs Jahre liegt das letzte Album „It Is What It Is“ zurück. Das ist eine lange Zeit für so einen kreativen Kopf wie es Stephen Lee Bruner alias Thundercat. „Distracted“ ist seine neue Veröffentlichung und es läuft förmlich über. Es ist voller Ideen und Genres. Es gibt Yacht-Rock und auch Jazz in mehrere Variationen, aber auch Beach Boys Harmonien und mehrstimmiger Gesang. Zudem ist die Musik manchmal aus der Zeit gefallen, dann in bestimmten Dekaden verhaftet und dennoch ist es zeitlos.

Denn so ein sanftes, mit Falsett-Gesang durchzogener Song „What Is Left Too Say“ ist klassischer Siebziger Pop, der auch von Stelly Dan oder The Doobie Brothers stammen hätte können, aber es fängt einen auch heute noch ein. „She Knows Too Much“ ist zwar Hip Hop, aber ohne grimmiges Gesicht, dafür mit Neunziger Jahre Gelassenheit und eine Prise Funk. Es fällt auf das Thundercat auf „Distracted“, sich relativ zugänglich zeigt und auch den Groove laufen lässt und sie nicht mit wilden Brüchen und Wechseln den Weg zu versperren. Das tut der ganzen Platte recht gut und dennoch ist die Musik clever und ist mit vielen Ideen bestückt.

Auch neu ist dass die Musik sehr smooth, soulful und auch sinnlich und man fühlt sich in Watte gehüllt und dennoch hat es Groove. Da Thundercat musikalisch oft auch aushilft, hat er auf „Distracted“ auch eine tolle Gästeliste. Asap Rocky, Lil Yachty, Channel Tres, Tame Impala, Flying Lotus, Beck, Will Smiths Tochter Willow und auch sein verstorbener Freund Mac Miller wirkten mit.

„Distracted“ ist zwar spürbar anders als Thundercats Meisterwerk „Drank“, ist aber qualitativ auf einem hohen Level.

Erschienen bei: Brainfeeder Records


https://theamazingthundercat.com/