The Flying Hats – Ups
Es scheint, als hätten The Flying Hats gerade einen Lauf. Im vergangenen Jahr veröffentlichte das Trio sein Debüt „The Return Of“. Kurz danach folgten die beiden Singles „The Blender“ und „Hot Cakes“, die sich bereits zu kleinen Klassikern entwickelt haben. Nun schieben sie ihr zweites Album „Ups“ nach.
Auch dieses bewegt sich auf der Retro-Reggae-Welle und verbindet den Stil von Bands wie den legendären Bunny Lee & The Aggrovators mit dem Soul-Funk von The Meters.
Auffällig ist, dass es hier keinen Gesang gibt – vermissen wird man ihn allerdings nicht. Denn der Sound ist sehr ausgewogen und besitzt jede Menge Groove und eine ordentliche Portion Funk.
Der Opener „Lightning Bottle“ empfängt einen mit schönen Drums und erinnert an einen Reggae-Klassiker von Dawn Penn. Kurz darauf setzt eine markante Hammond-Orgel ein. Diese beiden Zutaten sind dann auch die vorherrschenden Instrumente auf „Ups“. Natürlich gibt es darüber hinaus zahlreiche Facetten, das Album bleibt abwechslungsreich.
„Pinball“ steckt voller Verve und Dynamik, vor allem die Orgel hat in diesem Stück ordentlich viel zu tun. „Traffic Light“ ist eine sonnendurchflutete Frohnatur und als gesundes Gegenstück dazu gibt es die beiden Songs „So Long“ und „Step Up“. Sie beschließen das Album „Ups“ mit einem eher gedrosselten Tempo und einer gehörigen Portion Melancholie.
Einen herrlich treibenden Skank-Beat erlebt man bei „Stout“, während man beim wunderbaren Offbeat-Stück „Double Up“ ausgiebig das Tanzbein schwingen kann. „Ups“ ist erstaunlich vielseitig, auch wenn sich das Album größtenteils im Reggae-Genre bewegt. Gleichzeitig wirkt es ausgesprochen lebensbejahend. Und das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Bandmitglied Chris Dawkins im vergangenen Jahr überraschend verstorben ist. Mit diesem Verlust mussten die verbliebenen Mitglieder von The Flying Hats zunächst zurechtkommen.
Dieses Unterfangen ist der Band mit „Ups“ bemerkenswert gut gelungen.
Erschienen bei: ATA Records
