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The Winston Brothers – Sweets

Es ist schon ein wenig ungewöhnlich, wenn das Debüt noch nicht draußen ist, sich schon an die Arbeit für den Nachfolger zu machen. Bei den Winston Brothers ist es der Fall. Vor vier Jahren brachte das Hamburger Duo, bestehend aus Sebastian Nagel und dem Schlagzeuger Lucas Kochberg, ihren Einstand namens „Drift“ heraus.

Zur gleichen Zeit werkelten die beiden Musik-Freunde schon an der Arbeit von „Sweets“. Dieses Werk ist gerade veröffentlicht und schließt beim Debüt an. Das verwundert natürlich nicht und erfreut einen. Denn man hört jede Menge Hard-Funk-Grooves. Ihr Sound ist geprägt vom bläserlastigen Soul der siebziger Jahre-Filmmusik und hat seine DNA von Künstlern wie Willie Hutch, Roy Ayers oder Issac Hayes. Dabei sind alle Stücke rein instrumental, und das könnte schnell langweilig werden.

Bei Winston Brothers ist es nicht der Fall, es ist sogar ungemein mitreißend. Dabei kann das Tempo wunderbar gelassen daher kommen, wie „Slow Cooking“, wo die Arrangements gut kuratiert wurden. Auch bei dem ganz gemächlichen „Kitchen Floor“ kann man jeden Ton spüren und einatmen, und es kommt trotz des langsamen Tempos kraftvoll daher. Bei „Bouncy Meters“  gibt es tropisch angehauchte fließende Rhythmen oder ein tolles Gitarrenriff beim Opener „Get On Down“, die einen mitreißen.

Da Lucas Kochberg und Sebastian Nagel nicht alle Instrumente alleine einspielen können, haben sie Unterstützung von Kimo Eiserbeck, Hans Stephan (Trompete), Max Whitefield (Schlagzeug) und der Synthesizer wird von Carsten Meyer alias Erobique gehalten. „Sweets“ ist eine sehr gekonnte hanseatische Funk-Platte, die aber dennoch auch international klingt.

Erschienen bei: Colemine

https://thewinstonbrothers.bandcamp.com/album/drift