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Kancha Lanka Koalition – Kanal

Das Album einfach „Kanal“ zu nennen, muss doch einen Grund haben. So ist es auch beim zweiten Langspieler der Kancha Lanka Koalition, die aus Berlin stammt. Auf dem Cover ist eine Karte der Hauptstadt zu sehen, darunter der Landwehrkanal in Kreuzberg. Dort liegt der Kiez der Jazztruppe, und „Kanal“ ist eine Hommage an Berlin.

Die sechs Stücke haben im Titel einen klaren Bezug zur Stadt und heißen „Schlesisches Tor“, „Urbanstrasse“, „Mehringdamm“ oder eben „Kanal“. Es ist also eine musikalische Radtour durch Kreuzberg. So bunt und vielfältig wie der bekannte Stadtteil ist auch die Musik. Die Kancha Lanka Koalition bewegt sich zwischen Thelonious Monk, James Brown und dezent südländischen Rhythmen. Das klingt nach einer wilden Melange – und dennoch gerät die Musik nie aus dem Ruder.

Zum einen umschifft das Quartett, bestehend aus Richard Koch (Trompete), Julian Datta (Gitarre), Rafael Espinoza (Bass) und Javier Reyes (Schlagzeug), jedes Klischee. Zum anderen gelingt es ihm, die unterschiedlichen Sounds miteinander zu verbinden, ohne dass sie sich gegenseitig überlagern. Im Gegenteil: Die Arrangements sind klar kanalisiert, lassen aber dennoch genug Raum für Lebensfreude.

Auch der Flair Berlins und insbesondere Kreuzbergs ist herauszuhören. Trotz der Breaks und Wechsel schält sich immer wieder ein gesunder Groove heraus. So bleibt „Kanal“ ein durchweg abstraktes, freigeistiges Jazzalbum mit einer guten Portion Funk.

Erschienen bei: Xjazz Music

https://xjazzmusic.com/kancha-lanka-koalition