Black Sea Dahu – Everything
Die meisten Songs handeln über die Liebe und ein weiteres Thema ist der Tod. Nur wird damit vielleicht nicht so hofiert, weil der Stachels des Schmerzes auf eine andern Art und Weise in der Wunde steckt. Das neue vorliegende Album von Black Sea Badu handelt auch von dem Verlust eines geliebten Menschen.
Der Vater von den beiden Gründungsmitglieder und Geschwistern Janine und Vera Cathrein ist verstorben. Kein leichtes Thema, aber die Schweizer Band hat sich noch nie der leichten Themen gewidmet so handelt die beiden Vorgänger-Alben und einer EP, von Depressionen und Ängsten. So betrachtet hat Black Sea Dahu eine gute Expertise angeeignet und die besagten beiden Platten waren schon gelungen.
„Everything“ ist nun das dritte und ihr bestes Werk geworden. Der Opener „Ants On The Wall“ beginnt als zerbrechlicher Folk mit leichter Americana Note. Zwar hat dieser Song viel Melancholie und Sehnsucht in sich, ist aber dennoch tröstlich. Eindringlich ist die Musik auch, was vor allem an dem ausdrucksstarken Gesang Janine Cathrein liegt, dieser trifft auch sehr hohe Töne und berührt einen. Manchmal fühlt man stimmlich auch an Thom Yorke erinnert.
Das passt auch, denn Black Sea Dahu wandeln auf ähnlichen Komposition-Landschaften wie Yorkes Hauptband. Es sind Sounds die sich aufbäumen können und dennoch gerne filigran bleiben. Im Gegensatz zu Radiohead aber sind die Songs nicht elektronisch und auch nicht sich aus dem Fenster lehnend experimental. Vor allem benutzen Black Sea Dahu aber analoge Instrumente um Songs und die Arrangements in die Höhe zu schrauben, wie bei „One Day Will Be All I Have“ oder „My Dreams“. In diesen Momenten sind sie auch an der unterschätzenden Band Other Lives dicht dran und auch Radiohead sind live eindrucksvoll.
Ein guter Grund Black Sea Dahu mal ein Besuch abzustatten. Am 30. September 2026 spielen Black Sea Dahu in der Pumpe.
Erschienen bei: Mouthwatering Records
