Culk – Smogstar
Es ist schön wenn Bands musikalisch nicht auf der Stelle stehen bleiben, außer vielleicht AC/DC. Man kann es machen wie Radiohead von „The Bends“ zu „OK Computer“ und ganz schnell sich zu häuten. Aber es ist auch charmant, wenn die Veränderung dezent vollzogen wird. Culk haben sich für den zweiten Weg entschieden.
Bei ihrem Debüt „Culk“ waren sie noch mehr im Dream-Pop mit New Wave unterwegs und bei ihrem dritten Album „Generation Maximum“ haben sie Noise eingebaut. Aber auch Laut und Leise Momente waren auf einmal vorhanden. Jetzt hat die Band aus Wien mit „Smogstar“ ihr viertes Album draußen. Beim Titel vermutet man dass es verschwommen und vernebelt zugeht.
Doch „Smogstar“ ist ihr klarstes Werk und ist auch die konsequente Fortführung des Vorgänger. Die Gitarren sind breiter aufgestellt und gerne klanglich gegen den Strich gebürstet. Das Schlagzeug ist zwar mehr auf den Punkt und ist dennoch hektisch. Der Gesang von Sophie Löw schafft es Distanz aufzubauen und dennoch klingt sie meist Honigsüß ohne ein Gramm Kitsch anzusetzen. Im ganzen Zusammenspiel klingen die Gegensätze aber wirklich stimmig. Dabei stellt man fest dass es frisch klingt, vor allem weil Sophie Löw Gesang auch etwas laszives hat.
Und dennoch hat die Musik Tradition und so kann man als Referenzen auch Pavement oder Sonic Youth wahrnehmen. In den Texten geht es meist um die Suche und vor allem die nach der eigenen Identität und dem Sinn. Klingt verzweifelt und in manchen Augenblicken mag es auch sein, aber dennoch ist es nicht erdrückend. Selbst dann nicht, wenn die Arrangements mit voller Wucht drücken. Gesungen wird meist auf Deutsch und bei zwei Liedern in Englisch.
Culk halten immer eine gute Balance in ihrer Musik und man muss auch sagen dass die Songs auf „Smogstar“ erst nach mehrfachen Durchläufen zur Höchstform auflaufen.
Erschienen bei: Siluh Records
