Mike Krol – Power Chords

Selten passten Album-Titel und Musik so gut zusammen wie bei Mike Krols viertem Album. „Power Chords“ heißt es, und von diesen gibt es jede Menge bei den elf Liedern. Damit schafft die Platte auch etwas, was in letzter Zeit selten geworden ist: mit einfachen Gitarren-Akorden den Rock in seiner besten Vitalität zu zeigen. Versuchen die heutigen Indie-Platten, möglichst alle Fans und Genres zu bedienen, pfeift der Herr aus Los Angeles auf diesen Ansatz. Geradliniger Garage-Punk wird einem hier um die Ohren gehauen, und dabei entstehen Melodien, die man selten so lebendig erlebt hat.

Mike Krol schreit und brüllt hier kraftvoll umher, das Ganze jagt er auch noch durch einen Verstärker, und so klingt sein Gesang immer überschnappend. Aber auch eine Punk-Attitüde ist dadurch noch leichter auszumachen. Dennoch sind die neuen Lieder in Wirklichkeit klassische Power-Pop-Nummern, die an allen Ecken angeraut sind. Aber tief im Herzen wollen einen die Melodien so schwummrig im Kopf machen, als hätte man im Sommer zuviel Eis auf einmal verputzt.

Genauso glücklich machen einen die Songs auf dieser Platte. Überall sind Energie und griffige Momente, und dennoch nutzt sich keines der Lieder ab, auch nach mehrfachem Hören ist es eine Freude, diese unbändigen und vor Lebensfreude strotzenden Unikate zu hören. Den berühmten Schlag hat Mike Krol hier auch noch zuhauf, und man könnte sagen, dass er das rotzige und konzentrierte Gegenstück zu Adam Green ist.

Erschienen bei: Merge / Cargo

https://www.facebook.com/pg/mikefredkrol/about/?ref=page_internal

Cherry Glazerr – Stuffed Ready

2013 haben Cherry Glazerr ihre ersten musikalischen Gehversuche in Form einer Cassette namens „Papa Cremp“ herausgebracht. Damals ein wilder Ritt aus Garage-Rock und auch einer gesunden Portion Punk. Das haben sie bis zum letzten Album „Apocalipstick“ aufrecht gehalten. Jetzt, beim neuen Werk „Stuffed Ready“, ist Garage-Rock kaum noch vorhanden, der Punk hat sich auch ein wenig gewandelt.

Das ist unter anderem in der Band und vor allem bei der Frontrau Clementine Creevy zu bemerken. Gar nicht wegen den optischen Anmutung, sondern anhand ihres Gesangs, der nicht zwingend auf Schönklang achtet und gerne auch mal schief ist. Dennoch wickelt sie einen damit um die Finger, vielleicht weil er herrlich naiv anmutet und sie es dennoch faustdick hinter den Ohren hat. Ansonsten ist dieses vierte Werk aber durchaus milder und nicht mehr ganz so gegen den Strich gebürstet.

Die Songs sind mittlerweile auch gerne wunderbar verträumt, wie etwa „Pieces“, welches schon Lo-Fi-Dream Pop ist, und auch „Stupid Fish“ hat mehr melancholische Töne und sogar eine The Smiths-Gitarre. Ja, die Band hat sich für Jangle-Pop geöffnet und auch für ruhigere Töne. Auch sind die Melodien diesmal mit leichter Schwermut bestückt, wie der Opener „Ohio“. Dennoch ist in diesem Song genug Kraft vorhanden, und das Trio lärmt bittersüß in Shoegazing-Manier. Cherry Glazerr sind diesmal zwar noch immer noisig, aber auf anderen Wegen unterwegs.

Sie besinnen sich auf Indie-Rock-Sounds, die ihre Wurzeln in den vorherigen Dekaden finden. Diesmal sind sie dichter an The Smiths und My Bloody Valentine als an alten Garage-Haudegen und Punk-Recken. Manchmal muss man sich als Fan daran gewöhnen und vermisst ein wenig die Wucht. Gibt man „Stuffed Ready“ allerdings mehrere Durchläufen, kann man dem neuen Weg folgen und erfreut sich sogar an diesem.

Erschienen bei: Secretly Canadian / Cargo

cherry-glazerr.com

Nubiyan Twist – Jungle Run

Nubiyan Twist sind sicherlich eine der besten Livebands Großbritanniens, und die Musik ist so, wie wie man sich derzeit deren Heimat nicht ganz vorstellt. Wobei diese 12-köpfige-Truppe von Leeds noch London umgesiedelt ist.

Aber in Zeiten vom Brexit stellt man sich dieses Land ein wenig trist vor und nicht so lebensbejahend wie die Musik von Nubiyan Twist. Frontfrau und Namensgeberin Nubiya Brandon erschafft auf dem zweiten Langspieler „Jungle Run“ ein Album, für das man das verwelkte Wort Crossover auch gerne wieder nutzen darf.

Denn hier prallen Kulturen aufienander und erleiden dennoch keinen Kollateralschaden. Nicht einmal leichte Kratzer im Lack sind zu verzeichnen, vielleicht ist es aber auch so, dass solche Kleinigkeiten keine Rolle spielen. Denn was bei jedem Song mitschwingt, und bei „Basa Basa“, ist die Lebensfreude, und dennoch können sie auch durchaus elegant klingen, wie bei „Brother“. Musikalisch ist bei diesem Crossover Vieles möglich. Soul ist genauso vorhanden wie Latin. Aber sanfte Ausflüge zum HipHop gibt es, und Jazz ist auch nicht weit. Dazu noch Afrobeats, und diese beherrschen die Briten von Nubiyan Twist so gut, dass Tony Allen ein Fan ist und Mulatu Astatke bei „Addis To London“ sogar mitspielt.

Solch prominente Unterstützung muss man als Nachwuchs auch erst einmal verbuchen können, und sie zeigt, dass Nubiyan Twist wirklich gute Musiker sind. Sie schaffen trotz der vielen Köche, dass der Brei ungemein lecker klingt, bei dem immer wieder neue klangliche Explosionen vorhanden sind. Man wird überrascht, aber nicht überfordert.

Erschienen bei: Strut

www.nubiyantwist.co.uk

Cari Cari – Anaana

Irgendwie hatte ich dass Gefühl, dass Cari Cari mit etwas chilliger Musik zu tun hat. Leichte Electro-Beats, die sich wunderbar machen bei herrlichem Sonnenwetter. Doch mit dieser Vermutung lag ich vollkommen falsch. Keine Musik zur seichten Strandberieselung, das Einzige, das vielleicht vorkommt, ist Sand. Denn Cari Cari haben auf ihren Debüt „Anaana“ Wüstenrock in Massen zu bieten, und schönen, dabei ist auch alles klasse.

Die Gitarren sind trocken und spielen manchmal eine Art Psychobilly, die Drums hingegen sind saftig und kommen auch mal aus dem Computer. Diese Tatsache ist aber nicht so schlimm, denn irgendwie haben sie es hinbekommen, dass alles zusammenpasst. Und die beiden Österreicher können es noch besser, sie schaffen es, dass selbst ein Didgeridoo hier nicht klischeehaft nach drittklassiger Ethno-Musik klingt. Beim Titelstück kommt eine richtig kraftvolle Gitarre zum Einsatz, die schon fast des Stoner-Rock würdig ist.

„Apache“ ist ein wilder Ritt mit Surf-Gitarren und wildem Gesang von Sängerin Stephanie Widmer. An ihrer Seite ist Alexander Köck für die Gitarre zuständig. Beide kommen aus Österreich, lebten aber schon in London und Hamburg und bereisten allerhand Länder. Von dort kommt auch der Weitwinkel in ihrer Musik. Sie verbinden also kulturell unterschiedliche Facetten und klingen dennoch meist mehr nach westlicher Rockmusik. Beispielswiese „Mechikko“ klingt nahe an The Raveonettes, nur ein wenig mehr nach Wüste und Einsamkeit, aber nicht weniger klasse und cool.

Bei „After The Goldrush“ spielen die beiden Kosmopoliten einen astreinen Blues, der in die Neuzeit gebeamt wurde. „Anaana“ ist eine moderne und dennoch traditionelle Rock-Platte geworden, die weit weg ist von austauschbarer Strand-Musik.

Erschienen bei: Ink 104 / Rough Trade

www.caricariragazzi.com

Fokn Bois – Afrobeats LoL

Hinter Fokn Bois verbirgt sich ein Duo aus Accra in Ghana, und das war Anfang dieses Jahrzehnts recht emsig. Zwei digitale Alben erschienen bis 2012, und auch einzelene Tracks haben sie herausgebracht. Es lief also wie geschmiert, und dennoch war es ab 2013 richtig ruhig, und man dachte, die beiden basteln nicht mehr an neuen Songs.

Doch nun, nach sechs Jahren Ruhe, sind M3NSA und Wanlov The Kubolor, die selbsternannten „Gypsy Princes of Pidgen Rap“ zurück. In diesen Jahren ist viel passiert, und das merkt man auch daran, wie die Menschheit kommuniziert. Emojis sind mittlerweile eine anerkannte Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken, ohne dabei lange mit den richtigen Worten zu hantieren. Deswegen ist auf dem dritten Album auch das LoL-Emoji zu finden, und auch bei jedem einzelnen Track haben sie zur Verständlichkeit ein Emoji verwendet.

Musikalisch machen die beiden Afrobeats, die mit unterschiedlichem Tempo daher kommen, aber vor allem eines wollen: Afrobeats für Erwachsene machen und das Alberne weglassen. In der Tat ist die Musik treibend und hat einen Groove, der nicht zu wild daher kommt und dennoch druckvoll ist. HipHop spielt hier auch eine Rolle, schließlich haben die beiden von Fokn Bois ihre Wurzeln in dieser Musik, nur haben sie nicht amerikanische Vorbilder, sondern binden auch Sounds aus ihrer Heimat ein.

Sie lieben ihre Heimat, und deswegen sind die Gäste auf dem dritten Langspieler „Afrobeats LoL“ auch alle aus Ghana. Schön ist auch, dass die Arrangements nicht überladen sind und somit alles schnell packend daher kommt. Der packendste Song ist „Wo Nim Mi“, welcher modern klingt und einen mit den Beats nicht erschlägt, im Gegenteil, der Bass massiert sanft.

Erschienen bei: Idol

foknbois.bandcamp.com/

Baba & Djana Sissoko – Fasiya

Baba Sissoko ist in Bamako / Mali geboren und beherrscht einige Instrumente, die nur sehr Wenige so gekonnt spielen. Die meisten davon sind in unseren Breitengraden doch eher unbekannt. Allen voran gilt er als Meister des Tamini, einer Talking Drum, die er schon seit seiner Kindheit spielt und von seinen Verwandten erlernt hat. Diese sind in Mali auch bekannt für ihre Musik.

Das Besondere an dieser Tamini ist, dass er mit einer organischen Bewegung viele Rhythmen erzeugen kann. Und das neue Werk „Fasiya“ ist auch ziemlich rhythtmusbetont und treibend, was sicherlich auch diesem Instrument zu verdanken ist. Ein anderer Grund ist auch, dass Baba Sissoko einer alten Griot-Dynastie entsprungen sein soll, die mit Musik die Herzen beruhigen soll, allerdings nicht die Beine. Die werden hier immer angetrieben von einem Rhythtmus, den man hierzulande auch beim Afrobeat einordnen würde.

Ein gutes Beispiel ist „Aye Donke“, ein treibendes Stück, welches die ganze Zeit in Bewegung ist, dabei Bläser, sonderbares Schlagwerk und dennoch herzlicher Gesang von ihm und Djana Sissoko zu hören ist. Mehr Funk hat allerdings „Samory“, was vor allem an der toll ausgearbeiteten Bläser-Fraktion liegt und dem kraftvollen Gesang von Djana. Man merkt, dass Baba seine traditionelle Musik aus Mali auch mit modernen Elementen aufwertet, ohne seine Spuren zu verwischen.

Zudem schaut er gerne über den Tellerrand, was man unter anderem bei „Samory“ bemerkt. Aber auch die Tatsache, dass er bei „Mande Masadjo“ eine malische Version des Blues spielt, zeigt, wie vielseitig die beiden auf „Fasiya“ unterwegs sind.

Erschienen bei: Blind Faith Records

https://babandjanasissoko.bandcamp.com/album/fasiya

Denver Broncos UK -Songs One Though Sixteen

Auch wenn einem die Band namens Denver Broncos UK nicht viel sagt, haben sie doch bekannte Befürworter, und so spielte die ganze Besetzung bei Jack Whites Tribute Album „Rock Legends“ mit. Das alleine ist ja schon ein Zeichen, dass dieses Quartett, bestehend aus Munly Munly, Lord Dwight Pentacost, Rebecca Vera und Slim Cessna von Slim Cessna’s Auto Club, musikalisch son versiert sein muss. Sie spielten mit Wanda Jackson, Shooter Jennings, Robert Gorden, Los Straightjackets, Gary U.S. Bonds und vielen weiteren bei diesem Tribute.

Wer jetzt auf dem zweiten Langspieler von Denver Broncos UK aber Rock´n`Roll aus der guten alten Zeit erwartet, der wird hier enttäuscht. Auf „Songs One Though Sixteen“ spielen sie eine seltsame Art von Musik. Düsterer Americana-Folk, mehr dem Goth-Rock zugewandt als den Country-Spuren. Dabei setzt die Musik von Denver Broncos UK auch merkwürdige Instrumente ein, Saiteninstrumente und Percussions sind zwar grundlegend gewöhnlich, aber von dieser Band wird es vorgetragen, als würden sie in einer Geisterstadt ihre Behausung bezogen haben. Dazu auch mal Streicher und beängstigende Orgel machen die Musik nicht unbedingt leichter.

Die Band selbst bezeichnet das ganze als „A beautifully haunting brand of stark acoustic-gloom that will inevitably send shivers down the spines of the most seasoned fans“ und liegt damit richtig. Musikalisch sind die 16 Stücke, verteilt auf zwei CDs und entsprechenden Vinyl-Seiten, dann auch dem Alternative Americana zugewandt und klingen, als würden The Residents nun Folk machen. Der Gesang von Jay Munly hat eine gewisse Ähnlichkeit zu alten Goth-Helden wie Nick Cave oder Peter Murphy, und mit dem Gesang von Rebecca Vera gibt es auch einen guten Kontrast. Ganz stimmig zwar, und dennoch windschiefe Musik für mutige Hörer.

Erschienen bei: Glitterhouse

scacunincorporated.com/dbuk/

Francis Harris – Trivial Occupations

14 Jahre veröffentlicht Francis Harris nun schon unter seinem Namen Musik, und dennoch ist „Trivial Occupations“ erst Langspieler Nummer drei. Gut, bei Musikern, die sich der elektronischen Musik verschrieben haben, ist dieses Format meist eher zweitrangig, dennoch hat er schon mehr als 100 Veröffentlichungen zu verbuchen, oft auch in Zusammenarbeit und unter anderen Namen.

Also ist er doch fleißiger, als es im ersten Augenblick den Anschein macht. Zudem ist er Labelgründer von Scissor and Thread, wo auch „Trivial Occupations“ erschienen ist. Dieses lebt in ruhigen Strömungen und hat kaum Beats. Man kann es sich ganz einfach machen und dieses Album stumpf dem Ambient zuordnen, und man würde nicht einmal etwas falsch machen. Doch in dieser Musik gibt es noch mehr zu finden, z.B. Geräusche, die man nicht immer sofort dingfest machen kann, und dennoch ist unterm Strich immer sehr homogen, was man bei den zehn Liedern hört.

Doch was einem auffällt, ist, dass Francis Harris auch ganz dezent andere Genres einbaut. Das Titelstück ist mit dem warmen weiblichen Gesang TripHop ohne Beats. „Song For Aguirre“ ist mit schniekem Jazz verknüpft, und bei „Dalloway“ wird noch ein Ausflug in afrikanische Musik gemacht. Es ist also Vielfalt in dem vermeintlichen klanglichen Stillleben, und manchmal kommt in der Langsamkeit Kraft auf, wie bei „Parklife“. „Trivial Occupations“ ist ein vielseitiges Ambient-Album geworden, das viele Facetten in sich trägt.

Erschienen bei: Scissor and Thread

soundcloud.com/cfrancisharris

James Yorkston – The Route To The Harmonium

Betrachtet man die Diskographie von James Yorkston stellt man fest, dass seine Karriere 2014 vermeintlich ins Stocken geriet, wenn man bedenkt, dass er sonst manchmal auch zwei Alben in einem Jahr herausgebracht hat. Doch er war nicht untätig, er brachte ein Buch heraus und war beim Trio Yorkston / Thorne / Khan aktiv und servierte hier eine sonderbaren Mischung aus Jazz und einer weltgewandten Art von Folk.

Liebt man diese Mixtur, ist man vielleicht von seinem ersten Solo-Album seit 2014, „The Route To The Harmonium“, ein wenig enttäuscht. Und dennoch ist auch dieses Album eigenständig genug, um meilenweit fern von gängigen Klischees unterwegs zu sein. Diesmal ist der Jazz nicht vorhanden und er wendet sich dem Folk vermehrt zu. Auch dieser ist überraschend und vielseitig.

Man höre sich nur einmal „Shallow“ an: Dieser ist zu einem erst einmal tieftraurig und hat dann aber feine Streicher in sich und auch Bläser, die dann doch eher Jazz spielen als Folk. Dabei haben die Bläser ein elegantes, aber nicht steifes Antlitz. Beim Nachfolger „The Blue Of The Thistle“ ist hingegen alles so zerbrechlich und man hat dass Gefühl, dass ein zarter Windhauch hier alles zerstören kann. Gleich im Anschluss, bei „My Mouth Ain´t No Bible“, erlebt man nervöse Arrangements, bestehend aus Gesprächsfetzen, stoischem Rhythmus und Spoken-Word-Gesang von James Yorkston.

Man bemerkt schnell, dass man es bei „The Route To The Harmonium“ mit einem sehr untypischen Folk-Album zu tun hat, das stilistisch weit gefächert ist. Meistens dichter an Nick Cave dran als am Folkmusiker mit Akustik-Klampfe und das, obwohl einen die Lieder ins Herz treffen und auch nicht allzu viel mit Nick Cave gemein haben. Man kann also wirklich sagen, dass James Yorkston auf „The Route To The Harmonium“ eigenständig klingt.

Erschienen bei: Domino Records / GoddtoGo

www.jamesyorkston.co.uk/the-route-to-the-harmonium/

Minyo Crusaders – Echoes Of Japan

Oft wird von Culture Clash geredet oder von einer verrückten Mixtur und am Ende wird beispielsweise nur Hip Hop mit irgendwelchen Latin-Rhythmen verstrickt. Beim Debüt „Echoes Of Japan“ von Minyo Crusaders findet aber ein wirklicher Aufprall von unterschiedlichen Kulturen statt.

Dabei hat das ganz harmlos angefangen, als Sänger Freddie Tsukamoto im Restaurant einen Song aus seiner Heimat in einem Fernsehwettbewerb gesehen hat. Es war Mon Ýo (japanischer Folk Song) und der Besitzer des Restaurants kannte einen Lehrer dieser Musik. Daraufhin wollte Freddie Tsukamoto nur noch auf japanisch singen und mit Katsumi Tanaka gründete der ehemalige Jazzsänger die Band Minyo Crusaders. Diese ist mittlerweile auf zehn Damen und Herren angewachsen.

Vielleicht ist es durch die Anzahl der Musiker geschehen, dass ihre Musik ungewöhnliche Genres verbindet. Verbindungen ziehen sich zwischen Ethno-Jazz, Reggae, ein bisschen Afrofunk, Mon Yo und jede Menge lateinamerikanischen Cumbia-Sounds. Dazu wird auf japanisch gesungen und das klingt in der Tat ungewöhnlich. Aber es ist mitreißend und sorgt teilweise auch für gute Laune, wie „Hohai Bush!“ und in anderen Momenten wie bei „Yasugi Bush!“.

Muss man sich an den Gesangstil gewöhnen, der einen an eine japanische Variante von Yma Sumac erinnert. Und wo wir uns schon am erinnern sind, kann man auch festhalten, dass „Mamurogawa“ doch sehr stark an das unbekannte Beguine-Stück „Barel Coppet et Mister Lof“ von Jeunesse Vauclin erinnert. Doch dieser kleine Diebstahl sei Minyo Crusaders verziehen, dafür verbinden sie Genres, die man so noch nicht gehört hat, und bringen einem zudem auch noch die japanische Kultur ein bisschen näher.

Erschienen bei: K7 / Indigo

https://www.facebook.com/minyocrusaders/