Ezra Collective – Where I´m Meant To Be

Seit einigen Jahren gilt London als einer der Hotspots für Jazz-Musik. Die Acts, die dort entspringen, schaffen es, dass dieses Genre frisch und lebhaft klingt wie selten zuvor. Auch Ezra Collective stammen von dort und sind eine der Keimzellen dieser Bewegung. „Where I´m Meant To Be“ ist deren zweites Album, und bei diesem bemerkt man, dass dieses Kollectiv doch als Band funktioniert.

Denn obwohl die Songs immer lebendig sind und immer etwas passiert, wirkt es im Gesamtbild doch sehr stimmig und kommt als Einheit daher. Das ist zudem erstaunlich, da Ezra Collective oft den Genreblinker setzen und dann halt die entsprechende Spur wechseln. Da gibt es einen wilden Rhythmusrausch im Salsa-Stück „Victory Dance“. Aber auch Afrobeat lieben die Briten, wie bei „No Confusion“ oder auch „Welcome To My World“. Bei letzterem spürt man dann auch den Jazz stärker. Aber auch Reggae lieben sie sehr, und man findet oft jamaikanische entspannte Beats, die auch gerne am Dub andocken, wie „Togetherness“.

Später wird der Blinker zum eleganten Soul gesetzt: „Soísta“, bei dem aber Latin-Grooves vorhanden sind. Gelegentlich schielen Ezra Collective auch zum HipHop. Dann gibt es sonnendurchfluteten Soul meets Jazz: „Love In Outer Space“. Am meisten leben Ezra Collective ihre Vorliebe zum Jazz aus. Dieser ist immer präsent und begleitet die unterschiedlichen Genres, aber es gibt auch Songs, wo er nahezu alleine ist wie beim quirligen „Never The Same Again“, oder auch entspannt wie bei „Belonging“ Wenn man das ganze liest, dann denkt man, dass es zuviel des Guten ist, und es ist auch ein Kessel Buntes. Trotzdem passt alles zusammen, und vor allem ist diese Mixtur mitreißend und lebhaft wie eine Horde Mücken im Sommer.

Erschienen bei: Partisan Records

https://ezracollective.com/