Catch As Catch Can – Rational Anthems

Wenn eine Band ihr neustes Album „Rational Anthems“ nennt, dann kann man schon erahnen, dass man hier nicht zwingend Art-Indie Rock vom Schlage Radiohead bekommt. Vielmehr Songs, die statt aus dem Hirn aus dem Herzen geschossen kommen und simple Akkord-Folgen in sich tragen. Ganz so simpel ist die Musik von Catch As Catch Can dann aber doch nicht.

Denn die Band aus Kassel bietet auf dem zweiten Langspieler jede Menge tolle schnelle Gitarrenperlen zwischen Beat, Garage, Indie und Punk. Das ganze wird mit soviel Spielfreude und Herzblut gespielt, wofür es meist mehrere Bands braucht, um auf dieses Level zu kommen.

Dabei bedienen sich die Hessen musikalisch gerne mal der Vergangenheit, stilistisch bewegen sie sich mit beiden Beinen musikalisch aber im Hier und Jetzt, selbst wenn sie mal klassischen Rock´n`Roll spielen wie bei „Medium Rare“. Dieser wird nicht klischeehaft breitbeinig gespielt, aber der enthaltene Blues hat schon eine tolle Wärme.

Bei „Latent Stupor“ ist auch Rock zu spüren, dennoch ist es auch Garage, und ebenso findet man Ska. Bei „War Ain´t Over“ ist der Punk und auch der Gesang verstärkt gegen den Strich gebürstet. Bei „Shrink“ wird der Garage-Punk mit soviel Wucht aufgetürmt, dass The Hives wie brave Chorknaben daher kommen. „Alright (Ok)“ knüpft an das Erbe von Bands wie The Sonics oder The Trashmen an. Und einen Orgel-Beat-Indie-Tanzflächenfüller wie „Schism“ schenken sie einem auch noch. Insgesamt ist es herrlich schrammelig, und oft gehen die Melodien sofort los, dennoch entdeckt man bei jedem neuen Durchlauf immer mehr Freude.

Erschienen bei: La Pochette Surprise

https://catchascatchcan.bandcamp.com/