Soundtrack – Babylon Berlin Vol II Season 3

Die Kritker überschlugen sich bei der Serie „Babylon Berlin“, und häufig war zu lesen, dass es die beste Serie hierzulande aller Zeiten ist. Ist vielleicht ein wenig großspurig, aber dennoch ist es ein Meisterwerk, was auch daran lag, dass alles so originalgetreu den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nachempfunden war.

Auch die Filmmusik passte sich diesem an. Damals hatte man die beiden ersten Staffeln zu einem gemeinsamen Soundtrack verpackt. Es war also klar als Einheit zu verstehen. Diesmal ist es anders, die dritte Staffel bekommt eine eigene Filmmusik. Auch diesmal ermitteln Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) und die zur Kriminalassistentin gewordene “Lotte” Ritter (Liv Lisa Fries) gemeinsam, diesmal klären sie die Volker Kutscher Morde auf. Die Zeit, in der diese Morde stattfinden, ist wieder turbulent und es findet ein Umbruch von den unbeschwerten Jahren hin zur vorbereitete Machtergreifung der Nazis statt.

Die neue Filmmusik ist mit 75 Minuten und 22 Stücken mehr als üppig und für 15 davon sind wieder Johnny Klimek und Tom Tykwer verantwortlich. Der große Teil davon sind dann orchestrale Score Momente, die sich vor allem im Serien-Verlauf erst richtig gut entfalten, wie „Neue Hetzjagd“ oder emotionaler bei „Lotte Einsam“. Doch es gibt auch wieder einige Stücke mit Gesang, passend zur Zeit im Revue-Stil. In den ersten Staffeln war es der markante Song „Asche zu Asche“ von Severija , diesmal ist es nicht so prägend, da der auffallende Gesang diesmal nicht so ausgeprägt ist.

„Wir sind uns lang verloren gegangen“ ist das führende Lied, gesungen wird es von Natalia Mateo. Es ist eher berührend und dennoch aufbauend und kraftvoll mitsamt dem Gesang und dem Orchester. Meret Becker singt bei „Bis in den Mondschein“ sehr filigran und dennoch ergreifend. „Elsa Mechanik“ hat dann schöne hektische Arrangements und der Gesang ist wesentlich dringlicher.

Auch Bryan Ferry spielte in den ersten beiden Staffen schon eine Rolle und auch diesmal ist The Bryan Ferry Orchestra dabei. Dabei gibt es zwei Roxy Music Songs „Avalon“ und „Love Is A Drug“ und sein Solo-Stück „The Only Face“. Diese werden dann im typischen 20er Jahre Sound umgewandelt und gerade bei „Love Is A Drug“ funktioniert es wieder. Das Schlussstück „Du bist Alles“ von Woods Of Birnam ist dann doch eindeutig mehr im hier und jetzt angelegt, dennoch passt es zum filmischen und klanglichen Konzept.

Auch diesmal stimmt beim Soundrack von Babylon Berlin“ die Musik mit der filmerischen Geschichte. Besser kann man Filmmusik kaum umsetzten.

Erschienen bei: BMG

babylon-berlin.com/de/