Frachter – Es wird gleich besser
Punk ist ja meistens immer dann gut, wenn sie aus einer Umgebung kommt wo die Begebenheiten schwieriger sind. Die Band Frachter stammen aus dem thüringischen Weimar. Eine sehr schöne Stadt und dennoch ist es in dem Bundesland nicht mehr so unbeschwert, seitdem Rechte sich mehr Raum nehmen.
Wobei das zweite Album „Es wird gleich besser“ jetzt nicht über den Maßen politisch ist und auch Parolen werden hier nicht plump umher geschleudert. Aber es hat sich doch ein wenig Wut aufgrund von Klimakrise, röchelndem Neoliberalismus und Rechtsruck. Dennoch bleibt das Trio optimistisch und daher leitet sich dann auch der Albumtitel „Es wird gleich besser“ ab.
Musikalisch blieben Frachter auf ihrem zweiten Werk hingegen mit vollgeladenen Akku unterwegs. Neben Punkrock ist auch Hardcore und Emo dabei, die sehr viel Leidenschaft in sich trägt. Und auch wenn diese Mischung nicht neu ist und man findet auch Referenzen wie Muff Potter aber auch Turbostaat, haben sie eine gewisse Eigenständigkeit. Vor allem sind die Arrangements clever und schaffen es Wut freien Lauf zu lassen und dennoch findet es gebündelt statt.
Zugänglich ist es nicht und dennoch gibt es Hymnen wie „Here Comes The Sun (aber als Drohung)“ oder „Gleich wird es besser“ und haben auch eine DIY-Kante. Dazu gibt es Punkschrubber wie „Muskelgedächtnis“ oder Emo-Schwergeschichte „Slalom“. „Es wird gleich besser“ ist vielschichtig und kompakt zugleich.
Erschienen bei: Gunner
