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Musiktipps

Kreisky – Adieu Unsterblichkeit

Wenn man nach über 20 Jahren Band-Bestehen noch immer spannend bleibt, dann scheint die Chemie zu stimmen. Kreisky haben dieses Jubiläum mittlerweile auch geschafft und „Adieu Unsterblichkeit“ ist ihr siebtes offizielles Album der Band.

Es ist ein Album was schmerzt und auch Wunden noch weiter aufreißen kann. Das verwundert, waren die beiden letzten Platten „Blitz“ (2018) und „Atlantis“ (2021) zwar rotzig und rockend aber sie waren heller, versöhnlich und auch dem Pop zugewandt.

Das ist bei „Adieu Unsterblichkeit“ nicht mehr der Fall. Es ist ein richtig dystopisch geraten bei dem rabenschwarzen Wolken aufziehen. Es ist Post-Punk der in der Dichte kaum vorher zu hören war und bei dem man kaum Referenzen benennen kann. Ein Grund dafür ist das beim Gesang von Franz Adrian Wenzl ein wenig der Wiener Dialekt durchkommt und somit den Songs noch mehr Theatralik verleiht.

Manchmal ist es schon ein wenig Übergeschnappt und hat etwas Schauspielhaftes, wie bei „Kein sauberes Hemd“. Bei dem hat man das Gefühl dass Wenzl kurz vorm Nervenzusammenbruch ist. Seine Stimme hat immer etwas Kraftvolles dabei. Doch auch die Band steigert sich und erschafft große lärmende Momente. Am markanteste ist „Die Pedale“ ein Krach-Stück, bei dem sich der Sound aufbaut und dann Post-Rock mit bedrohlichen Sirenen-Klängen, bei dem es einen eiskalt den Rücken runter läuft.

Beim acht-Minütigen Schlußsong blitzen zwar am Anfang bunte Synthie-Klänge auf, doch die weichen schnell ungemütlichen Klängen, die so klingen als würden Swans ein wenig nahbarer zu sein.

Man muss natürlich sagen dass „Adieu Unsterblichkeit“ eine Langspielplatte ist, die einen fordert und auch mal schmerzt. Aber es ist auch ein Album, was immer spannend bleibt und vielleicht unsterblich werden kann.

Erschienen bei: Wohnzimmer

https://www.kreisky.net/