J Mahon – Begin Again, Again
Jarrod Mahon ist vor ein paar Jahren von Australien nach Berlin ausgewandert und diese Stadt hat schon oftmals die Muse vieler Musiker geküsst. Das merkt man auch bei J Mahon zweiten Album „Begin Again, Again“. Der Titel passt auch zu seinem Texten und Themen, denn J Mahon hat ein Neuanfang gewagt.
Er ist, wie gesagt nach Berlin gezogen und baut sich hier ein neues Leben auf. Er hat Alkohol und Drogen aus seinen Leben verbannt und eine Reha absolviert. „Begin Agai, Again“ handelt von diesen Veränderungen und es ist musikalisch ein feines Werk geworden. Wobei es kein typisches Berliner-Album geworden ist.- Wobei, wie klingt ein Hauptstadt-Album?
“Begin Again, Again“ ist ein Chamber-Pop Album geworden, bei dem der Musiker zum ersten mal auch Klavier spielt. Und dieses nicht nebenbei, sondern dieses richtig im Vordergrund rückt. Bei einem Lied wie „While You´re Traveling“ muss man dann an so feinen Arrangements—Künstler wie Get Well Soon oder Rufus Wainwright denken. Wobei Jarrod Mohan die Songs nicht so ausufernd instrumentalisiert hat. Seine Lieder sind schlichter gestaltet und wirken oft auch zerbrechlicher. Dennoch ergreifen einen diese Songs, was an einem an die Melodien liegt. Diese zwängen einen nicht auf, aber sie erreichen eine doch und manchmal treffen sie einen persönlich.
Aber Jarrod Mahon kann an manchen Stellen, die Arrangements auch hochfahren und dann gibt es eine mittelgroße Armada an Klanghölzer, Gitarren, Rasseln und Streicher. Der Gesang ist mal leicht theatralische und in anderen Situation dann richtig schüchtern. Auffallend ist dass wenn der Musiker unsicher wirkt, der Gesang mit technischen Hilfsmitteln unterstützt. Wobei diese Unterstützung nur sehr spärlich eingesetzt wird und deshalb klingt es gelungen.
Im Gesamtbild ist „Begin Again, Again“ ein wenig unscheinbar und deswegen muss man dieser Platten ein paar mehr Durchläufe gewähren. Das sollte aber beim norddeutschen Herbstwetter kein Problem sein.
Erschienen bei: Unique Records / Rough Trade
