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Es ist schon fast fünf Jahre her, dass der wichtigste Vertreter der Dub-Musik, Lee Scratch Perry verstorben ist. Sein Einfluss auf die Musik, aus Jamaika, ist kaum zu beziffern und wird noch für die nächste Generation Einfluss nehmen. Es gab kaum einen freigeistigeren Musiker als ihn und er hinterlässt eine klaffende Lücke.
Kürzlich ist posthum ein Album namens „Spatial, No Problem“ erschienen, welches er vor seinem Tod, mit dem Duo Mouse On Mars aufgenommen hat. Wenn man diese Kombination liest, dann kann man sich es schwer vorstellen, wie es klingen kann. Dub mit den elektronischen Frickeleien von Mouse On Mars ist schon ungewöhnlich.
Doch das Ergebnis ist erstaunlich stimmig, wobei Lee Scratch Perry spürbar mehr Anteil an der Musik hat und das Kölner Duo haben sich auf ihn eingelassen. Die Aufnahmen waren aber sehr umgänglich, sogar sehr von Freundschaft verbunden.
Sie haben nicht viel um den Prozess der Songs gesprochen sondern es wurde einfach laufen gelassen. Es war alles sehr fließend und entspannt. Sie lachten viel und kochten auch mal eine schmackhafte Fischsuppe.
Dass es entspannt ist hört man, den acht Stücken an. Erstaunlich ist dass die Musik eindeutig Dub hat, aber es gibt auch mal orientalisch anmutende Klänge, es ist eine recht breit gespannte Musik geworden. Oft ist aber auch etwas unerwartetes entstanden.
Der Opener „Rockcurry“, der treibend ist und einen sogar auf dem Dancefloor schickt und auch dicht an Talking Heads oder The B52s sind. Amüsant ist dass es ein Stück namens „Fire Dali“ gibt, da man Perry selbst den Dali des Dubs genannt hat. Hier findet man dann beeindruckende Bassläufe und stockende Rhythmen.
„Spatial, No Problem“ ist ein wirklich gelungenes Album zweier unterschiedlichen Acts. Zudem ist die Musik immer im Fluss und dennoch hat es so viele Ideen, die man nur von Mouse on Mars und Lee Scratch Perry kennt. Also ein sehr gelungene Kombi!
Erschienen bei: Domino
https://www.dominomusic.com/artists/lee-scratch-perry-mouse-on-mars
