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Camilla Sparksss – ICU RUN

Barbara Lehnhoff mag es wenn Dinge kompliziert werden. Das macht es spannende für die Musikerin und ist auch eine Herausforderung. Diese nimmt Camilla Sparkss gerne an und so ist die Musik auch nicht simpel und sofort verständlich. „ICE RUN“ ist ihr viertes Album und auch das ist für viele Ohren komplexe Musik. Dabei ist die schweiz-kanadische Musikerin sich treu geblieben.

Sie fabriziert noch immer lärmende elektronische Musik, die mutig und kompliziert ist. Gleich der Opener „Holy Shit“ beweist dass sie nicht den Weg des geringsten Widerstand geht. Die Sounds bei diesem Lied leiern so stark, dass man sich kaum konzentrieren kann und den Gesang kaum wahrnehmen kann. Schon schwere Kost, für Max Mustermann-Ohren. Man muss gestehen, es kommt kein andere Song, wo der Sound leiernd daher kommt.

Die meisten anderen Song gehen wesentlich straighter zu Werke und die Beats haben ordentlichen Bizeps. Oft sind die Stücke richtig technoide und mit viel Volumen aufgebaut und dennoch sind sie nicht überladen. Aber es sind auch viele Haken in der Musik. „Stranger“ klingt so als würde M.I.A ihr Global-Sounds gegen Techno eingetauscht hat..

„Damage“ hat herrliche Störgeräusche zu bieten und dennoch stört diese nicht. „Stromkeeper“ ist New Wave hat aber auch die Romantik von Italo-Disco. „Amani Tu“ ist ungewöhnlich weil es italinisch gesungen ist und würde bei einem DJ Set zwischen New Wave Klassiker „Los Ninos Del Parque“ von Laisons Dangereuses und Adrano Celentano ein passenden Bindeglied bieten. Klingt sonderbar und so ist es auch.

Noch ungewöhnlicher ist die Tatsache dass „ICE RUN“ geprägt ist das Camilla Sparksss´s Vater gestorben ist und diesen Schicksalsschlag hört man nicht an. Da passt ihre Aussage dass kompliziertes auch neues erschaffen kann.

Erschienen bei: On The Camper Records

https://www.camillasparksss.com/