Shamir – Homo Anxietatem

Als 2015 das Debüt „Ratchet“ von Shamir herauskam, war es eine ungewohnte Discoplatte, die vor allem durch den hohen Gesang von Sänger Shamir Bailey auffiel. Dieses durfte er bei XL Recordings herausbringen, und dennoch beendete der Musiker die Zusammenarbeit, was aber nicht am Fleiß lag.

Schließlich ist „Homo Anxietatem“ sein siebtes Album in dieser kurzen Zeit, auch kann man sich nicht beschweren, dass Shamir nichts ausprobieren würde. Im Gegenteil, von Disco und Country zu Pop reichte seine Spannbreite, und auch auf dem neusten Streich gibt es viele Facetten. „Oversized Sweater“ klingt, als würde Alanis Morrissette Transgender-Pop machen. „Wanding Through“ ist dann leicht glitzernder Dance-Pop, und bei „Appetizer“ hört man auch krachende Gitarren.

Bei „Without You“ überspannt Shamir den Bogen und versucht Pop mit viel Emotion zu verbindet. In diesem Moment hat man aber das Gefühl, dass hier zu viel versucht wird und die Stimme nicht mit dem Song mithalten kann. Besser gelingt es, wenn beim Schlusssong „The Devil Said The Blues Is All I´ll Know“ der Blues ausgepackt wird, da wirkt es doch passender.

Aber auch bei recht gewöhnlichen Rock-Pop Augenblicken merkt man, dass diese Shamir besonders gut liegen. Schon komisch, dass ausgerechnet diese gewöhnliche Momenten die stärksten sind, bei so einem ungewöhnlichen Menschen.

Erschienen bei: Kill Rock Stars

https://shamir.bandcamp.com/