Issam Hajali – Mouasalat Ila Jacad El Ard

Es ist sicherlich nicht verwunderlich, wenn einem der Name Issam Hajali nichts sagt, selbst wenn die Nennung seiner damaligen Band „Ferkat Al Ard“ nur Achselzucken hervorruft. Die Band hat immerhin drei Langspieler aufgenommen, aber diese sind so sehr vergriffen, dass kürzlich ein Exemplar für 5000 Dollar den Besitzer wechselte.

Issam Hajali hat lediglich ein Album veröffentlicht, und das in einer noch kleineren Auflage. Genauer gesagt, brachte er 1977 nur 100 Kopien auf Kassette heraus, man kann sich also schon ausmalen, was das auf dem Sammlermarkt wert ist.

Nun hat das Label Habibi Funk dieses Werk auf CD und auf Vinyl neu aufgelegt. Und in der Tat entdeckt man ein wirkliches Juwel, welches sicherlich nicht die Zahlung im vierstelligen Bereich rechtfertigt, aber durchaus ungewöhnlich klingt. Denn der Mann aus dem Libanon schafft es bei diesen sieben Stücken, auch heute noch packend zu klingen. Nicht nur, dass die Stücke offen sind für andere Genres und man es deswegen nicht nur dem arabischen Raum zuordnen kann; Man hat hier auch das Gefühl, dass er brasilianische Momente einbettet und der Bossa Nova hier mit anderen Mitteln umgesetzt wir. Dennoch sind arabische Instrumente vorhanden, die aber ungemein wandelbar sind. Zudem ist auch alles herrlich leichtfüßig und unbeschwert.

Selbst das Kernstück „Ana Damir El Motakalim“ mit seinem fast zwölf Minuten Spieldauer tänzelt einem ins Ohr und hat dennoch sogar leicht psychedelische Anleihen und ist dabei doch sonnendurchflutet. Es ist auch ungemein wandelbar, und dabei hat man nie das Gefühl, dass es sich immer neu erfindet. Das muss man erst einmal hinbekommen, und man darf sagen, das ist große Kunst, die Issam Hajali hier 1977 im Pariser Exil aufgenommen hat.

Erschienen bei: Habibi Funk / Groove Attack

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