Gruff Rhys – Dim Probs
Mit den Super Furry Animals hat Gruff Rhys schon sein Hang zu den Experimenten freien Lauf gelassen. Vielleicht ist dass der Grund weshalb der walisischen Band der ganze große Durchbruch verwehrt blieb. Meistens macht man ja Solo-Musik, weil es mit der Band nicht durch setzten kann. Weshalb Gruff Rhys eigene Musik macht ist unklar, weil die Spleens auch mit den Super Furry Animals umsetzten kann.
Auch bei seinen Einzel-Aktivitäten lässt es sich nie festlegen wie das nächste Album klingen mag. Der einzige Unterschied ist, dass seine Platten den Hang zum Pop mehr ausleben und die Melodien meist größer sind. Dennoch ist jede neue Platte von ihm ein Unikat, da bildet auch „Dim Probs“ keine Ausnahme. Das achte Allein-Album ist ein Bekenntnis zur Einfachheit. Man hatte noch nie das Gefühl, so einfache Songs von ihm zu hören. Das ist im positiven gemeint, es hat dabei immer eine Leichtigkeit. Hinzu kommt dass er diesmal auch sehr sparsam arrangiert hat, ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“.
So spielt diesmal ein alter Drumcomputer, der meist sanft puckert eine wichtige Rolle. Aber auch eine Farfisa-Orgel bekommt eine Hauptrolle zuteil und eine Gitarre, die prickelnd klingt. Es hat alles ein Vintage-Sound und ist dennoch zeitloser Pop. Es gibt auch herrlich chessy klingende feine Hits, wie „Taro #1 + #2“. Dieser Songs ist ein gutes Beispiel dafür dass Gruff Rhys diesmal auch immer herrlich charmanten Groove inne hat.
Dabei gibt es auf „Dim Probs“ auch genug Platz für seine liebenswerte Schrulligkeit, nur sind diese diesmal eher im Kleinen zu finden. Bei „Dos Amdani“ baut eine spacige aber sanftmütige Atmosphäre auf und klingt wie ein leicht bekiffter Outtake von Airs Meisterwerk „Moon Safari“. Der Opener „Pan Ddaw´s Haul i Fore“ ist eine Tagträumer-Melodie, die auf sanften Wolken daher kommt und teilweise auf walisisch gesungen ist.
Was einen auch auffällt, dass Gruff Rhys diesmal auch dicht an musikalischen Eigenbrödler wie Bill Callahan oder Mark Oliver Everett alias Eels ist. „Dim Probs“ ist einerseits das zugänglichste Werk von Gruff Rhys und auch den Pop umarmt und dennoch sich diesem wiedersetzt. Am Ende bleibt Gruff Rhys, sich mit diesem Album treu bleibt und dennoch ein typisches Unikat von ihm.
Erschienen bei: Rock Action / PIAS
