Various Artists – Angriff aufs Schlaraffenland
Kürzlich ist beim Ventil Verlag ein Buch namens „Angriff aufs Schlaraffenland“ erschienen wo über 200 Musiker:innen, Fanzine-Schreiber:innen, Autor:innen und Journalist:innen, Punks, Ex- und Anti-Punks darüber nachgedacht haben, welcher Song am meisten Punk ausdrückt. Und welche für Sie der wichtigste ist oder welcher einen zum Punk gebracht hat.
Dabei sind dann an die 400 Stücke genannt wurden und die Quintessenz, dass Punk nicht ein normales Genres ist. Es wird viel mehr damit verbunden und begleitet einen meist ein ganzes Leben lang. Punk funktioniert als musikalischer Aufruhr, Bruch und Antrieb. Er kommt als Hausbesetzung, DIY-Label und Fanzine-Mailorder daher und hat immer eine Haltung. In diesem Buch kann man viel Liebe finden und genauso viele Anekdoten und persönlichen Lebensentwürfe.
Passend zu diesem Buch gibt es auch eine Kompilation aus dem Hause Tapete-Records. Klar, alle Songs sind nicht dabei und es war auch eine schier unmögliche Aufgabe. 36 Songs sind es geworden, ob es dabei um eine charmante Hommage an den legendären Berliner Punk—Halle „SO36“ ist, bleibt allerdings ungeklärt. Man hat sich aber auf deutsche Acts beschränkt, somit war die Auswahl schon leichter.
Charmant dabei ist das zu einem altgedienten Acts wie Slime mit „Deutschland“ bis zu neuen Acts wie Acht Eimer Hühnerherzen mit „Eisenhüttenstadt“ eine große Zeitspanne vorhanden ist. Aber auch musikalisch ist es breit gefächert von elektronischer Variante „Raven gegen Deutschland von Egotronic, über früher feministischer Punk von Carambolage „Tu Doch nicht so“ bis hin zu wütenden Post-Punk von Korpus Kristi „Stadt der blauen Eier“.
Es reicht aber auch von NDW angrenzende Formation wie Palais Schaumberg „Telefon“ über Hamburger Schule von Die Aeronauten „Freundin“ bis hin zu rappenden Punk von Antilopen Gang „Beate Zschäpe hört U2“. Aber auch weitere Grenzgänger wie Stereo Total oder Schnippo Schranke, Tocotronic oder Die Goldenen Zitronen sind dabei und auch ungemütliche künstlerisch brachiale Acts wie S.Y.P.H, Mutter oder Tommi Stumpff findet man neben klassischen Punk-Kapellen wie Terrorgruppe, Normahl, Toxoplasma, Rotzkotz oder But Alive.
Insgesamt eine schöne und packende Zusammenstellung, die zeigt wie vielseitig alleine der hiesige Punk war und noch immer ist. P.S.: Die Radierer sind natürlich mit dem Titelstück des Album und Buch vertreten.
Erschienen bei: Tapete Records
https://www.tapeterecords.de/artists/va-angriff-aufs-schlaraffenland
