Tortoise – Touch
Man hätte denken können dass sich Tortoise aufgelöst haben. Denn ihr letztes Album „The Catastrophist“ erschien 2016. Es ist also schon viel Zeit vergangen. Dabei war das nicht geplant. „Wir sagen jedes Mal, dass wir sofort mit der Arbeit an einem neuen Album beginnen müssen, und dann klappt es nie“, sagt das Gründungsmitglied Douglas McCombs.
Nun ist „Touch“ fertig und es ist so entstanden, wie alle Alben der Band. Die Gruppe sagt dass sie nichts anders oder gar Besonders machen wollen, so ist es auch beim vorliegenden neunten Langspieler. Klingt im ersten Moment unspektakulär, doch wer die Musik kennt, weiß dass man hier auf hohem Niveau werkelt.
Man muss nur alleine ihre Frühwerke anhören und man erlebt Post-Rock der auch Jazz-Einflüsse und Krautrock Zugang gewehrt wurde. Auch auf „Touch“ findet man Krautrock. Bei Axial Seaamount“ hört man denn bekannten Klaus Dinger-Beat und er hat auch den Groove von Neu! Angenommen. Es gibt aber auch noch andere Augenblicke wo dieses deutsches Genre hier eingebunden habe.
In anderen Moment wie dem Opener „Vextions“ ist auch eine gewisse Luftigkeit vorhanden ohne dabei an Komplexität nichts ein zu Büsen. Bei Songs wie „Works and Days“ bemerkt man dass sie mittlerweile auch Gelassen sein können, denn sie können auch neuerdings unaufgeregt sein kann und dennoch spannend klingen. Das bedeutet aber nicht dass sie musikalisch sich dauerhaft entspannt zurücklehnen. „Elka“ ist ein Song, bei dem elektronischen Sounds eingearbeitet, dass man schon fast technoider Musik sprechen kann.
„Touch“ ist gewohnt vielseitig geworden und somit hat Tortoise recht, sie haben nichts anders gemacht.
Erschienen bei: Thrill Jockey
