Geese – Getting Killed
Es gibt Bands die bringen ihr Debüt heraus und werden gefeiert und haben gleich ihr Zenit erreicht. Danach passiert meist nicht mehr viel, weil die Bands versuchen dem Erfolg weiter nachzueifern und machen Copy & Paste Sound. Bei der New Yorker Band Geese ist es anders.
Das Debüt „Projector“ von 2021, war Indie-Rock der nett klang, aber nicht zwingend wirkte. 2023 kam mit „3D Country“ der Nachfolger heraus. Das war eine britische Platte, bei dem Indie Bands wie Franz Ferdinand und andere Bands aus der Dekade Pate stand. Schön, aber noch kein Überflieger, diesen haben sie aber mit „Getting Killed“ abgeliefert.
Es ist eine Platte die einen völlig überrascht, da es komplett anders klingt. Beim ersten Hören fragt man sich was Geese da fabrizieren. Alles wirkt windschief und der Gesang von Cameron Winter ist so jaulig und klingt als hätte Adam Green sich an Post-Punk versucht und zuvor noch Tabletten genommen hat. Man fragt sich was das soll?
Dazu wirken die Songs chaotisch und mal brechen sie auseinander und dann halten sie auch zusammen. Aber die Musik ist immer Unberechenbar und es rockt und rollt und ist dabei eine Mischung Art Pop und Indie-Rock. Es ist aufreibend und die Musik macht etwas mit einem. Die Musik traut sich etwas. Schon der Opener „Trindad“ ist waghalsig. Erst torkelt der Song langsam herein und dann brechen Noise und Wutausbrüche auf einen herab. So ein Einstieg muss man sich erstmal trauen und alleine dafür verdient „Getting Killed“ tiefe Bewunderung.
Danach tänzelt „Cobra“ und klingt als würde Beck noch eine Aufnahme von Mellow Gold“ aus dem Archiv gekramt. Auch „Husbands“ und andere Momente könnten von Beck sein, besagter Song ist aber auch die stimmliche Nähe zu Mick Jagger vorhanden. „100 Horses“ ist ungemein nervös und die Rhythmen springen umher und es ist auch Blues vorhanden und irgendwo die Brücke zwischen besagten Beck und Dr.John.
„Au Pays Du Cocaine“ ist so als hätte Adam Green an einem sonnigen Sonntag den ganzen Tag gekifft und dabei sind die Arrangements herrlich süß und saftig wie ein Schokokuchen. „Bow Down“ schafft es dass die Platte auch noch den Groove findet und dann noch auf so einer ungewöhnlichen Art und Weise. Der Schlußsong „Long Island City Here I Come“ zieht dann nochmal alle Register, was auch an Cameron Winter Gesang ist. Da zeigt er den ganzen Wahnsinn und die Band breitet dieses noch weiter aus.
Wenn man „Getting Killed“ mit den Vorgänger vergleicht, dann sind da Welten dazwischen und auch musikalischen Weise. Geese sind in ihrem Weirdness angekommen und haben eines der Platten des Jahres herausgehauen und zudem dass wildeste.
Erschienen bei: Partisan / PIAS
