Young Gun Silver Fox – Ticket To Shangi- La

Auf Young Gun Silver Fox ist immer Verlass, denn man kann immer den Kalender danach stellen, dass alle zwei Jahre ein neues Album von ihnen kommt. Zudem sagt Shawn Lee (die eine Hälfte des Duos): „Wir haben eine Sprache kultiviert, die nach Young Gun Silver Fox klingt“.

Das ist ein zweischneidiges Schwert, denn man verfällt schnell in die Rolle, dass die Songs gleich klingen und es dem kreativen Input an Ideen mangelt. Diese Tücke wollten Shwan Lee und Andy Platts auf ihrem mittlerweile vierten Langspieler umgehen. Nicht ganz einfach, denn man will nichts ändern, wenn man mit der Ausrichtung selbst zufrieden und der Ruf gut ist.

Man kann also nur Nuancen ändern und versuchen, an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um dass Maximum herauszuholen. So haben es die beiden auch getan, und so schrieben sie diesmal verstärkt ein paar mehr Uptempo-Nummern. Diesen selbst auferlegten Auftrag haben sie dann auch mit der Single „West Side Jet“ erfüllt. Diese hat alles, was ein lebensbejahender Ohrwurm benötigt, eine große Melodie, Hooks, fröhliche Melodien die das Bein zum Schwofen bringen und eine Geschichte, denn dieser Song ist inspiriert von der West-Side-Story.

„Tip Of The Flame“ hat funkige Bläser, guten Disco Groove und Falsett-Gesänge, die nicht aufgesetzt daher kommen. Auch „Rolling Back“ hätte in den späten siebziger Jahren zwischen Hall & Oates und The Brother Johnson für eine gut gefüllte Tanzfläche gesorgt, Der Schlusssong „Freak Flag“ ist zwar auch fürs Tanzen bestimmt, ist aber dann doch ein wenig geordneter, auch wenn hier die Bläser ordentlich Dynamik aufweisen und auch die Arrangements mal wechseln. Wer ruhigere Stücke bevorzugt, findet sie bei solch anschmiegsamem Soul wie „Simple Imagination“.

Im Gesamtbild bleibt es dann wieder ungemein stimmig Young Gun Silver Fox mit ein paar mehr Umdrehungen und Grooves.

Erschienen bei: Légere / Broken Silence

https://legererecordings.bandcamp.com/