Suede – Autoiction

Es klingt schon ein wenig komisch, wenn man behauptet, dass Suede eine der letzten verbliebenen Bands des Britpop der Neunziger Jahre sind. Dabei ging es bei dieser Band auch turbulent zu, und man hatte einige Streitereien durchlebt, die sie an den Rand der Existenz getrieben haben. Doch das zeigt auch, dass die Band kämpferisch ist, und da kommen wir auch zu ihrem zehnten Album „Autoiction“.

Dieses ist nämlich so kämpferisch wie zuletzt die ersten Werke. Laut der Band auch eine logische Konsequenz. Bei der letzten Langspielplatte „The Blue Hour“ vor fünf Jahren war es völlig anders, da gab es Field-Music und Spoken Word-Performance, und so stach das Album in der Diskographie heraus. Es war ein sehr mutiges, kluges aber auch gutes Album. Dennoch wollte die Band um Frontmann Brett Anderson jetzt mal zurück zu den Wurzeln, und deshalb betrachten sie es als ihr Punk-Album.

Klar, es gibt hier mehr als drei Akkorde, auch ist die Attitüde eine andere, aber es ist ungemein gut und so rockig wie noch nie. Schon der Opener „She Still Leads Me On“zeigt, wie vital die Band noch ist, nach fast 30 Jahren. Soviel Biss war schon lange nicht mehr bei Suede, und zudem sind Glanz und Glamour zurück. „Personality Disorder“ zeigt, dass sie noch immer so schön schillern können, dabei hat Brett Anderson sein androgynes Image schon lange abgelegt.

Der charismatische Frontmann ist ja schon Mitte 50, und da sind andere Themen in den Fokus gerückt. So geht es beim erwähnten Opener um den Tod seiner Mutter, und bei anderen Songs um die zweite Hälfte des Lebens. Doch dieses wird mit viel Wucht, Leidenschaft und auch Ehrlichkeit gebracht, und man kann sagen, dass „Autoiction“ eines der besten Alben der Band ist.

Erschienen bei: BMG

www.suede.co.uk