LA Priest – Gene

Doktor Avalanche ist sicherlich das ungewöhnlichste Bandmitglied, das es gibt. Dieser Doktor Avalanche war lange Zeit Mitglied bei The Sisters Of Mercy und ist ein Schlagzeugcomputer des Modells Boss DR55. Der Frontman Andrew Eltrich schätzte ihn, da er mit den anderen Musikern meist Querelen ausleben musste.

Ganz so schlimm ist es mit Gene, dem Drumcomputer von Sam Eastgate nicht. Dieser Herr war damals bei den Dance-Punks von Late of the Pier Mitglied und ist nach deren Auflösung als LA Priest unterwegs. Nun hat er sein zweites Album herausgebracht und es nach seinem Instrument einfach „Gene“ getauft. Man kann diese Zuneigung auch verstehen, denn immerhin hat Sam Eastgate ihn selbst gebastelt und begibt sich mit ihm auf Klangsuche.

Der Opener ist eher ein wenig ungewohnt, elektronische Seifenblasen schwirren wohlig umher, dazu ein sanfter Gesang. Danach folgt mit „Rubber Sky“ ein herrlicher Ohrwurm, der klingt, als würden Caribou mal entspannt im Bad liegen, und dennoch groovt dieser Song wie Hulle. Und dann passiert bei diesem Lied etwas, das bei diesem Album öfter auftaucht, denn es macht sich auch Funk breit. Auch leicht psychedelische Momente tauchen zur Unterstützung auf. Bei „What Movea“ eiert der Gesang umher, oder wildert bei „Monochrome“ bei Animal Collective.

Bei „What Do You See“ gibt es verfremdeten Gesang, der dadurch fernöstlichen Klang hat, und dazu kommen Spielzeuggeräusche aus den Geräten. Gerade zum Ende des Albums werden die Songs wesentlich schiefer und Gene hat dann die Takte dezenter zu setzten, während er am Anfang mehr kräftigere Beats pluckern lässt. Aber Gene ist ein gutes Bandmitglied, da er sich an den Song angepasst hat.

Erschienen bei: Domino / GoodtoGo

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