Madsen – Smile
Madsen haben seit ihrer Gründung, im Jahr 2004, eines immer bewiesen, sie sind die ganze Zeit bodenständig geblieben und wirken wie die netten Jungs von nebenan. Dabei haben sie auch kritische Texte und wollen politisch Werte vermitteln ohne dabei es von oben herab zu erzählen.
Das ist sicherlich einer der Gründe weshalb Madsen es auch heute noch gibt und mit „Smile“ ist ihr zehntes Album draußen. Der Name ist im weitesten Sinn, Programm, denn dieses Album ist gelassener. Der Gitarren-Rock ist geblieben aber er ist nur noch selten von Wut angetrieben. Auch der Gesang von Sebastian Madsen muss auch nicht mehr wild krakeln und kann auch mal ruhiger klingen. Wobei sie auch immer mal wieder gerne zu ihrer Tugend zurückkehren und den Sound lärmend lassen. Aber halt nicht mehr so Energie-geladen wie bei den ersten Platten.
„Hasta La Vista“ ein Lied, bei denen es der familien-Betrieb Madsen es nochmal wissen will. Wobei der Song jetzt keine neuen Facetten der Band hinzufügt und auch keinen Innovationspreis einheimsen wird, wird es bei den Fans bestimmt Anklang finden. Was aber irgendwie mehr trifft und eine besagte neue Facette ist, sind Songs wie „Pass auf dich auf“. Bei diesem Lied geht es um Freundschaften und Beziehungen und ist klanglich mild und dennoch irgendwie luftig, prickelnd und dennoch melancholisch.
„1995“ klingt ein wenig autobiographisch. Es handelt von dem Leben in der Provinz, wenn man als Punk-Band von der großen Welt träumt. Wobei Madsen es ja geschafft haben und eine solide Fan-Base erspielt haben, nur sind sie im Wendland geblieben. Das spricht ja wieder für die Bodenständigkeit.
Dennoch muss man sagen das „Smile“ sicherlich eher ein Album sein wird, welches nicht die Diskographie der Band anführen wird. Ein Beispiel ist der Rock-Rap Versuch „Auf die Barrikaden“. Der Ansatz sich politisch gegen Homophobie zu positionieren ist löblich, nur irgendwie wirkt der Song altbackend mit seinem Abzählreim und Kinderchor. Bei „Rauch im Wind“ haben sie Synthie-Klänge eingebaut. Das muss man auch erstmal akzeptieren, wobei es passt, was auch an den griffigen und schönen eingängigen Melodien liegt.
Ja, Melodien können Madsen immer noch gut im Gitarrensound einbinden und das ist dann auch das Können der Band. Ach ja, und die Bodenständigkeit gehört auch zur Maden-DNA die man noch immer sehr schätzt.
Erschienen bei: Goodbye Logik Records
https://www.madsenmusik.de/
