Get Well Soon – Minus The Magic
Konstantin Gropper ist wieder zurück mit seinem siebten Studio-Album „Minus The Magic“. Die ganzen Vorgänger-Platten hat Konstantin Grooper alias Get Well Soon meist alleine aufgenommen. Man fragt sich wie er teilweise so opulente Songs mit Kammerpop-Einschlag alleine hinbekommen hat.
„Minus The Magic“ ist anders, denn es ist das erste Werk welches er mit einer Band eingespielt hat. Jetzt denkt man dass es die ultimative Steigerung ins Bombast-Universum. Doch weit gefehlt, „Minus The Magic“ ist ein Band-Album geworden. Die Orchester-Instrumente sind eingelagert worden und dafür hört man jetzt auf einmal Indie-Gitarren-Sounds. Dabei sind die Songs auch ungewohnt rau gestaltet. Man erkennt Referenzen wie beispielsweise Pavement oder Teenage Fanclub und dennoch bleibt es ein Konstantin Grooper Album geworden.
Denn die Arrangements sind immer noch schön anzuhören, nur bearbeiten er und seine Band ein komplett anderes Genre. Doch das gelingt Get Well Soon auch gekonnt. „When They Cheer You´re Wrong“ ist ungewohnt energisch.
Der Eröffnungssong „The 4:3 Days“ begegnet einen ein lärmender Gitarren-Sound, der aber auch hymnisch klingt. Aber komplett die alten Leitung haben Get Well Soon zu den früheren Alben nicht gekappt. „There´s Waldo“ klingt zwar Wave-Rockend mit dem Schlagzeug, hat aber auch die Feinfühligkeit und die Melancholie der alten Platten. Diese kann man auch bei „Sci Fi Gulag“ hören und dabei ist der Song karg und intim gestaltet, würde aber auch im bekannten Get Well Soon Universum gut passen.
„Minus The Magic“ ist ein Album, welches irgendwie ein Bruch zur bisherigen Diskographie offen liegt und dennoch ist es ein typisches Get Well Soon-Album geworden. Oder wie ich letztens treffend im Rolling Stone Magazin gelesen habe, die Magie ist nicht weg, sie hat sich verändert.
Erschienen bei: Recordjet
