Sedlmeir – Befehl aus dem Weltraum I & II
Bei „Befehl aus dem Welttraum“ von Sedlmeir bin ich doppelt spät dran. Denn zu einem erschien dieses Songsammelung digital schon. Die Vinylausgabe kam schon im letzten März heraus, irgendwie ist mir die CD dann im Haufen untergegangen. Ein fataler Fehler, denn auch bei diesem Langspieler von Henning Sedlmeir, findet man Humor und auch Genrefreiheiten, in großefr Zahl.
„II Comando“ klingt so cool und lässig wie ein Adriano Celentano mit Neunziger Mafioso-Sound. „Kater“ klingt wie ein verkaterter Nachmittag mit einem Joint im Mundwinkel. „Lupen-Rainer“ ist zu einem ein charmantes Wortspiel und hat dann auch poppige Punk Gitarre. Zudem ermutigt dieser Song humorvoll jedem einen etwas zu ändern und die Demokratie aufrecht zu halten.
Bei „5000 Hütte“ ist selbst gemachter Elektropop und erinnert an Andreas Dorau. Das liegt nicht nur an der Musik, sondern auch dass er hier besingt dass die Queen 5000 Hütten gehabt haben soll.
Doch bei allem Humor übt Sedlmeir auch Kritik. So prangert er mit Augenzwinkern „Berlin, Stadt der Liebe“, die kaum bezahlbaren Mieten in der Hauptstadt an. Auch beim Vocoder Electro-Pop wird auf die neue Kriegslust hingewiesen. Diese Kritik kommt aber nie mit plumpem Parolen daher und auch nicht Schlaumeierhaft. Er äußert sie mit einem Augenzwingern, Humor und mit dem typischen Sedlmeir-DIY Soundverstäniss. Dadurch ist mit „Befehl aus dem Weltraum I & II“ ein charmante Song-Zyklus gelungen, dessen Erwähnung auch nach über ein Jahr noch gerechtfertigt ist.
Erschienen bei: Rookie-Records
