I Want Poetry – Solace + Light

Hinter I Want Poetry stecken Sängerin/Songwriterin Tine von Bergen und Pianist/Komponist Till Moritz Moll, und die haben sich 2018 gefunden. Letztes Jahr gab es mit „Human Touch“ ihr Albumdebüt, und jetzt folgt schon der Nachfolger „Solace + Light“.

Wieder einmal gelingt es dem Duo, international zu klingen, obwohl sie doch aus unserem Land stammen. Vielleicht kommt man auch nur auf diesen Gedanken, da Dream Pop hierzulande nicht zu oft kultiviert wird. Auf ihrem zweiten Langspieler ändern sich die Koordinaten nicht sonderlich, was aber auch an der Stimme von Sängerin Tine von Bergen liegt, die ein wenig wie Glas wirkt, irgendwie klar und dennoch auch zerbrechlich.

Aber sie kann auch dunkle Parts ganz gut, und wenn den Songs dann auch ein wenig das Sonnenlicht genommen wird, kann man auch grob Cocteau Twins schimmern sehen und hören. Ganz in die Tiefe wie die besagten Helden gehen I want Poetry nicht, dafür hat das Duo mehr Beats zu bieten. Zwar geraten diese nicht in Dancetempo, aber bei Liedern wie „Ocean“ gelingen Pop-Momente. In solchen Augenblicken denkt man auch an Florence & The Machine, auch wenn es ganz andere Musik ist. Es ist Musik, die meist ein wenig unterkühlt daher kommt und dennoch ins Herz geht.

Man setzt mehr auf die Atmosphäre als auf den Song. Das ist einerseits schön, sorgt aber auch dafür, dass auch nach mehreren Durchläufen kaum ein Song richtig haften bleibt. Aber Qualitäten haben I Want Poetry auf jeden Fall.

Erschienen bei: Recordjet

www.iwantpoetry.com