Nick Mulvey – New Mythology

Irgendwie hat Singer/Sonwriter-Musik immer nur im Herbst und Winter richtig Konjunktur. Man braucht in der dunklen Jahreszeit einen Verbündeten, der den Herbstblues mit einem durch- und einem zur Seite steht. In der sonnigen Jahreszeit kommt kaum einer auf den Gedanken, diese Musik zu verfolgen.

Doch es gibt ja die Ausnahme von der Regel, und Nick Mulvey ist so eine. Dieser hat nach fünf Jahren seine dritte Langspielplatte namens „New Mythology“ herausgebracht, und diese kommt in lockerer Gestalt daher. Ein schönes Beispiel ist „Star Nation“, das mit sanften Gitarren-Licks daherkommt und gleichgesinnten Beats mitsamt elektronischen Klängen. Dazu eine sehr dezente Melodie, die einen gewissen Flow hat. W

er dann doch mehr sonnige Gemüter liebt, der wird „Brother To You“ lieben, denn dieser hat den Verve, den man an einem Sommerabend mag, mitsamt Ukulele-Spiel und dem weichmütigen Gesang von Nick Mulvey. Bei diesem Song kann man auch verstehen, weshalb er für den Mercury Prize nominiert wurde und oft als die britische Antwort auf Jose Gonzàlez betitelt wird. Kann man auch verstehen, wenn man „The Gift“ hört, wie klug einen hier die Melodie schwindelig macht. Dazu dann ganz dezente Percussions und eine leichte Melancholie und ein angedeuteter Chor.

Bei „Sea Side (Third Way)“ kann man mit viel Fantasie auch HipHop-Fragmente wahrnehmen. Wobei es hier keine massiven Kopfnicker-Augenblicke gibt, vielmehr wird es sehr sehr versteckt eingebunden. Was aber vielmehr in Bewegung gerät, ist der Fuß, der wippt eigentlich auf ganzer Albumlänge mit, denn es ist immer ganz nonchalanter Schwung in den Songs, und immer scheinen ein paar Sonnenstrahlen hindurch. Man kann also sagen, dass „New Mythology“ der perfekte Verbündete für die jetzige Jahreszeit ist, und das als Folk-Platte.

Erschienen bei: Virgin

www.nickmulvey.com