Band Of Horses – Things Are Great

Betrachtet man die Cover ihrer Alben, dann stellt man fest, dass diese immer farbenfroher geworden sind. Das Debüt „Everything All The Time“ war damals in einem sehr dunklen olivfarbenen Grün, und die Songs waren melancholisch aber sehr groß, beeindruckend und gehen ins Herz. Auch die nächsten Platten hatten diese Eigenschaft. Und meist dunkle Cover.

„Why Are You OK“ war das letzte Werk, und das Cover zeigt einen Strand mit freundlich hellem Himmel, und irgendwie müsste man meinen, dass hier tolle Indie-Pop-Songs, die man beherzt mitpfeifen kann, zuhauf vorhanden sein müssten. Doch das war irgendwie nicht der Fall, zum erstenmal waren Band Of Horses nicht mehr mitreißend und zwingend. Das ist jetzt sechs Jahre her, und nun ist der Nachfolger „Things Are Great“ da, und das Cover ist auch diesmal mit blauem Himmel und wenn man dieses anhand von Tageszeiten festmachen sollte, dann ist man am frühen Abend unterwegs.

Eine Tageszeit, die der Band besser liegt als der Nachmittag, und so findet man auf dem sechsten Album wieder zurück zu alten Stärken. Der Opener „Warning Signs“ hat dann auch wieder das, was man an Ben Bridwell schätzt. Herrlich perlt die Gitarre, dennoch hat es eine gewissen Melancholie und dazu die Stimme von Bridwell, die sanft ist und dennoch eindringlich. Die Arrangements sind leicht angeraut und haben zarten Noise. Es geht gut los, und dennoch hält das Album nicht das Niveau. Dabei fehlt bei den meisten Song der letzte Schliff. „Crutch“ ist ein toller Sommer-Indie-Hit zum Im-Gras-Liegen, und dennoch fehlt am Ende noch das, was die Hummeln zum Sausen bringt und den Kopf schwindelig macht.

„In The Hard Times“ ist ein Folk-Song, der schon schön ist, den Band Of Hoirses aber auch schon atemberaubender hinbekommen haben. „Lights“ ist ein toller Rock-Song mit Kraft, dem aber dann doch die überragende Melodie fehlt. „Aftermath“ hingegen zeigt, dass Band Of Horses doch Lärm aufstapeln und dennoch immer eine gewisse Lockerheit vorweisen können. Man kann auch sagen dass diese Lockerheit sich manchmal in den Songs breit macht und diese nicht ganz mehr so hell sind wie auf dem letzten Werk. Dennoch wünscht man sich wieder ein Album mit einem noch dunkleren Cover, aber die Dämmerung ist auch sehr schön.

Erschienen bei: BMG

www.bandofhorses.com