Wolf Parade – Thin Mind

Man kann es kaum noch hören, wenn gesagt wird, dass die Rock-Musik tot ist. Klar, die Jugend orientiert sich meist zum HipHop hin und erfreut sich weniger an gespielten Gitarren-Saiten. Trotzdem gibt es immer wieder Bands, die lieber dieses Instrumente um den Hals hängen haben, als nur sprechend zu singen.

Wolf Parade haben nie Rap-Songs aufgenommen, und dennoch war ihre Musik nur bedingt dem Rock zu zuordnen. Klar, sie haben Instrumente des Genres benutzt, aber ihre Songs haben immer etwas Atmosphärisches gehabt, was durch dem Effektpark von Musiker Dante DeCaro entstanden ist. Doch seit der letzten Tour ist dieser ausgestiegen und hat sein Pedalboard mitgenommen. Das bedeutet für die zum Trio geschrumpften Wolf Parade nun auch umdenken.

Die logische Konsequenz ist, dass man nun direkter klingen wird. So kommt es, dass das fünfte Album „Thin Mind“ das rockigste von allen ist. Sicherlich nicht gewollt, und wären sie zu viert, dann würde „Thin Mind“ bestimmt auch anders klingen. Doch so traurig der Weggang ist, so schön von vorne erwischen einen die zehn neuen Songs. Der Eröffnungssong „Under Glass“ ist schöner Indie-Gitarren-Rock, bei dem sich die Melodie auch noch gekonnt ins Gedächtnis gräbt.

„Julia Take Your Man Home“ klingt wie eine Mixtur aus Interpol und Arcade Fire. „Forest Green“ ist dann tanzbarer Postpunk mit eierigen Synthie-Klängen, während „The Static Age“ seinem Titel alle Ehre macht. „As Kind As You Can“ ist tragischer Indie-Rock mit Piano-Klängen, die aber nicht kitschig sind. “Fall Into The Future“ ist dann schwerer Post-Punk mit wenig Sonnenlicht und viel Wall of Sound. Auch der Schlusssong „Twon Square“ spart nicht mit Klängen, und da wird noch fast Prog-mäßig aufgespielt und auch der Rock-Bizeps stolz gezeigt.

Erschienen bei: Sup Pop / Cargo

www.wolfparade.com