Other Lives – V
Ein passender Albumtitel ist „V“ geworden, denn immerhin ist es das fünfte Werk der Band Other Lives. Diesmal wurde es in einer Kathedrale aufgenommen und dass hört man. Wobei die Band aus Stillwater in Oklahoma es immer wieder schafft dass ihre Musik so klingt als wäre sie eben in einer Kathetrale aufgenommen wurde.
Großtaten sind bei Other Lives immer Standard, da bildet auch „V“ keine Ausnahme. „V“ orientiert sich musikalisch mehr an den ersten beiden Platten. Ein Grund dafür ist sicherlich dass dieses Album, wie auch die ersten beiden in ihrer Heimat entstanden ist. Scheinbar ist Stillwater ein Ort wo Großes entstehen muss.
Auffallend ist dass ihr Folk-Americana-Ansatz der letzten beiden Langspieler wieder zurückgegangen ist. Dafür ist baraoker Indie-Folk ist wieder überschwänglich geraten und man wundert sich wie Groß die Songs sind. Dabei wirken die Songs nicht aufgesetzt, Other Lives klingen immer authentisch auch wenn sie bei den Arrangements so klotzen wie Antoni Gaudi bei Erschaffung der Sgrada Familia. Nur Other Lives sind in der Gestaltung der Kunst wesentlich schneller aber genauso ehrlich prachtvoll.
Zwischen den Kathedralen Sound aus Streichern Chöre, Glocken, Schlagzeug, Tasteninstrumenten und Saiteninstrumenten ist die Band so kritisch wie nie zuvor. Bei „V“ decken sie die vielen Missstände der heutigen Zeit auf. Klar, dass ist nicht kämpferisch vorgetragen, sondern mit gewohnter Melancholie in bekanntem Glanz daher kommen. Insgesamt ist auch „V“ ein unheimlich beeindruckendes Meisterwerk.
Erschienen bei: PIAS / Rough Trade
