Frau Lehmann – Trost & Trotz
Dafür dass Frau Lehmann mit „Trost & Trotz“ kürzlich ihr zweites Album herausgebracht hat, läuft es schon vorher ziemlich gut. Denn das Trio aus Leipzig haben bei der letzten Tournee von Tocotronic die Konzerte eröffnet. Wobei dass jetzt kein Grund ist abzuheben. Dieses muss man nicht befürchten, wenn man „Trost & Trotz“ anhört, denn es ist herrlich ungeschliffen und ungestüm.
Es ist Indie-Rock, der aber keine Angst vor rauen Pop-Melodien hat. Songwriter.-Brauchtum ist auch vorhanden. Unbewusst findet man viel Tradition, zu Zeiten der frühen Neunziger Jahre als in Hamburg die Szene (um Tocotronic) eindrucksvoll wucherte. Wobei man sie vor allem mit Acts wie den Lassie Singers vergleichen kann. Was aber auch daran liegt dass mit Fiona Lehmann ebenfalls eine Sängerin hat.
Aber in der Musik von Frau Lehmann ist eine ähnliche liebenswerte naive Songstruktur wie bei der damaligen Band von Christina Rösinger und auch der Gesangsstil lässt Parallelen zu. Auch eine gewisse Verspieltheit, wie bei dem schiefen Mundharmonika-Spiel bei „Rastlose Getier“, ist vorhanden. Aber ansonsten besteht die Musik von Frau Lehmann meist aus eher unkonventionellen Möglichkeiten. Und so schrammelt der Sound ungeschliffen. Trotzdem suchen die meisten Liedern dann doch das süße des Pops.
Hin und Mitreißend sind dann alle der zwölf Songs und textlich sind sie auch packend. Vor allem wird Kritik an die Gesellschaft geübt. Eine Gesellschaft bei dem Kulturschaffende ausbrennen lässt, aber auch selbstbewusste feministische Hinweise präsentieren Frau Lehmann auf „Trost & Trotz“.
Erschienen bei: La Porchette Surprise
