Maffai – Shiver

Heutzutage kann man ja aus nahezu jedem Song einen Bezug zur Pandemie ableiten, so auch beim Opener „Wichtig“ des zweiten Albums „Shiver“ von Maffai. „Der Kopf ist leer, der Körper müde…“ kann man auch gekonnt Corona unterschieben, und es wäre dennoch falsch.

Denn bei „Wichtig“ und den meisten anderen Songs geht es eher um zwischenmenschliche Beziehungen, in diesem Fall um eine gescheiterte Liebe, denn es heißt auch „ich kapituliere vor Dir und was Dir wichtig ist“. Musikalisch ist sich die Band aus Nürnberg treu geblieben, denn es ist noch immer frisch klingender Punk und zudem auch eine schöne Variante des Post-Punks. Überwiegend schnell gespielt und mit genug Energie im Torso. Das besagte „Wichtig“ ist so ein Beispiel, wo viel Druck vorhanden ist.

Es folgt der Song „Schieflage“, bei dem es um das Scheitern geht, und auch dieser hat Zorn in sich. Atmosphärischer wird es bei „Shinigami“, eindeutig dem PostPunk zugeordnet. „Woelfe“ ist durchaus gelungen für die entsprechende Tanzfläche und dabei auch ein wenig sozialkritisch. Wo die Band manchmal ins Straucheln kommt, ist, wenn der Song langsamer wird und man nicht so druckvoll sein will und lieber Indie-Pop spielt.

„Down“ ist so ein Song, der zwar nicht schlecht ist, musikalisch aber halt nicht zwingend. Was aber bei diesem Song auch auffällt, ist, dass der Gesang von Mike Illig immer so viel Kraft zu bieten hat, dass auch bei ruhigen Titeln noch genug Elan vorhanden ist. Es ist noch ein bisschen Luft nach oben, aber es ist ein sehr gutes Album geworden, welches zeigt, dass von Maffai noch viel kommen kann.

Erschienen bei: Rookie Music

maffai.de