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Various Artists – Shifty 80s

Gegründet wurde Shifty Records in den frühen Achtzigerjahren von Lloyd Ross und Ivan Kadey. Die beiden haben damals mutige Pionierarbeit geleistet und auf ihrem Label sehr unterschiedliche Bands gefördert.

Jetzt ist die allererste Compilation von und über dieses wichtige unabhängige Label erschienen, mit Namen „Shifty 80“. Doch die Entstehung war nicht einfach, denn es tauchten Fragen auf. Sollte ein bestimmtes Genre aus dem eklektischen Katalog hervorgehoben werden? Oder die Vielfalt jener Künstler, die Shifty im Laufe der Jahre ihr musikalisches Zuhause nannten?

Dann hat sich für Letzteres entschieden, und somit waren wieder Fragen im Raum. Soll man einem thematischen roten Faden folgen oder einfach eine „Best Of“ erstellen .

Diesmal hat man sich mehr für die erste Version entschieden. Die vierzehn Songs sind vielseitig, und jeder erzählt je eine eigene Geschichte. Auch die Bandbreite ist immens, und das Wort Schublade ist Shifty Records stets fremd gewesen. Die Songreihe eröffnet die Band National Wake mit „International News“ und präsentiert einen flinken Post-Punk- Hit, der auch heute noch Pogen zulässt und frisch klingt. „Brain Damage“ von Corporal Punishment hat zwar auch Post-Punk in sich, aber auch einen Groove wie man ihn diesen Breitengraden selten hört.

Über Sankomota haben wir vor kurzem hier berichtet und somit ist auch Dub neben afrikanischem Rhythmus platziert. Noch mehr südafrikanische Klänge bietet „Pambere“ von Mapantsula, und sonderbare Chor-Gesänge hält „Hlanhanani“ von DTMB Chor bereit. Gespenstisch und unheimlich klingt „In Detention“ von Kooos, der irgendwo zwischen Misfits und Suicide sich wohl fühlt. The Genuines liefern mit „The Struggle“ Afro-Beat mit Math-Rock verbunden, und dennoch hat der Song ein sonniges Gemüt und Melodie. Pure Lebensfreude springt einem entgegen.

Aus dem Rahmen fällt „Ashleys Song“ von Jennifer Ferguson, der ist als einziger Song bisher unveröffentlicht und kommt mit Piano und dem hellen Gesang der Künstlerin aus. The Cherry Red Lurchers mit „Shot Down in The Street“ ist dann Post-Pup-Punk und lebt vom Storytelling. Bei dieser Werkschau bemerkt man, wie breit Shifty Records damals aufgestellt war, und dass in den damals politisch schweren Zeiten in dem Land. Allein aus dieser Perspektive muss man diese Compilation schon lieben.


Erschienen bei: Shifty Records


http://shifty.co.za/