Termine
Das traditionelle Internationale Kieler Blues Festival geht am 13. Februar 2010 in die 12. Runde, mit ausgewählten Künstlern, die der Vielfalt des Genres ihren Tribut zollen. Fans und Freunde des Blues dürfen sich auch in diesem Jahr wieder auf ein umfangreiches Programm freuen.
In diesem Jahr in Kiel Live on Stage:
Mariëlla Tirotto & The Blues Federation (NL)
Jessy Martens & Jan Fischers Blues Band (D)
Reverend Rusty & The Case (USA/D)
Bluesmail (D)
Gegensätze ziehen sich an – ein bunter Mix aus Gegensätzen bietet viele faszinierende Facetten. Mariëlla Tirotto ist Halb-Italienerin, lebt in den Niederlanden und stürmt mit ihren vier Jungs an der Seite die Clubs und Bluesfestivals des Landes. Markant ihre Stimme, perfekt das Timing der Band – Bluesrock aus einem Guss und mehr, denn alle fünf verstehen ihr Handwerk auch in anderen Genres.
Ihr Debütalbum „Somewhere Down The Road“ lässt aufhorchen. Mariella Tirotto hat es faustdick in der Stimme. Für ihre Größe (1,59) und ihr exotisches Erscheinungsbild eine äußerst tiefe und raue zugleich. Man muss schon zweimal hinschauen um zu glauben, dass es die gleiche Person ist.
Eigentlich kommt Mariella aus dem Jazz. Mit ihrem Jazzalbum „Stranger“ wurde sie berühmt und tourte mit eigenem Jazz Quartett durch die Lande. Doch Mariella Tirotto ist flexibel. Versprüht ihre Stärken in vielen musikalischen Bereichen wie dem Pop, Rock, Blues, Funk, Soul und Jazz. „Somewhere Down The Road“ zeigt sie von ihrer Bluesrock Seite. Emotionsgeladen, voller Charme und Melancholie.
Mariella Tirotto singt weniger über Liebe und Beziehungsprobleme, als mehr über die wichtigen Dinge des täglichen Lebens, wie über die Nöte der Länder der Welt, über Tierquälerei, über Wohlstand und Ignoranz und über vieles andere mehr.
Ihre Band im Hintergrund - alles erfahrene, virtuose und solistisch versierte Musiker, die ihr Handwerk verstehen. An der Gitarre Harald Koll, Michel de Kok an der Blues Harp, Heins Greten am Bass und Keyboard, sowie John Kakiay am Schlagzeug.
Nicht auszudenken, was aus ihr geworden wäre, hätte beispielsweise Dieter Bohlen sie entdeckt! Allen Blues- und Boogie-Woogie-Göttern sei gedankt, dass sie Jessy Martens vor vier Jahren eher zufällig in einem Hamburger Jazz-Tempel lenkten, wo sie mit ihrem Gesang dem Hamburger Jazz-Pianisten Jan Fischer auffiel. Obwohl Jessy erst 21 Jahre jung ist weiss sie ganz genau, wie sie ihr Publikum in Stimmung versetzen kann. Es bedarf neben hervorragender musikalischer und gesanglicher Profession auch noch einer gewissen charismatischen Begabung, über die sie dank ihrer fröhlichen und jugendlich-offenen Unbefangenheit verfügt. Es gelingt ihr immer wieder die Zuhörer nicht nur so weit aus der Reserve zu locken, dass sie ihrer Zufriedenheit lautstark Ausdruck geben, sondern sogar honorarfrei als Background-Chor einsteigen.
Martens hat zwar bereits im zarten Alter von 16 Jahren eine Ausbildung zur Musical-Sängerin erhalten und wirkte fortan als erste Stimme in diversen Gospel-Chören mit. Seit sie aber ihre Liebe zu Blues und Boogie entdeckte, scheinen sich ihre Stimmbänder reflexartig dieser Gunst angepasst zu haben. Sie klingt schwarz, mal samtig weich, in hohen Passagen makellos und unangestrengt und genießt in den leisen Nummern sichtlich ihre stimmlichen dunkel-erotischen Stärken im Tonkeller. Das alles würzt sie mit einer großen Portion selbstbewusster Bühnenpräsenz, mit der sie immer wieder an Liza Minelli erinnert. Gemeinsam mit ihrem „Chef“ Jan Fischer am Piano und dem sich zwar vornehm zurückhaltenden, aber dennoch angenehm präsenten Schlagzeuger Christian Kolf reißt sie das Publikum in einen Strudel aus Blues-Nummern, in dem man gerne mit ihr versinkt. Ihre Interpretation von Gershwins „Summertime“ zum Beispiel als süß -warmes Wiegenlied beginnend, explodiert förmlich in einem Rausch aus Blues - ebenso wie Martens begeisternde Version von Duffys „Mercy“, nach dem sich die Zuschauer wohl kaum noch auf ihren Sitzen halten können. Beachtlich ist die musikalische Harmonie mit Fischer am Flügel. Mit viel Leidenschaft und Drive setzt diese Formation „die neue Lady Blues“ (Rocktimes Magazin) aus Hamburg hervorragend in Szene und glänzt durch eigene Akzente der Instrumentalisten. Mit Ralf Böcker am Saxophon, Martin Friedenstab an der E-Gitarre, Andrew Krell am Kontrabass, Christian Kolf am Schlagzeug und Jan Fischer am Piano steht eine Truppe auf der Bühne, welche es versteht, unterschiedlichste Stile der Bluesgeschichte mit persönlicher Note zu färben und zu einem äußerst mitreißenden und vielseitigen Programm zu verbinden.
Man nehme CrossoverBluzRock + Handgemachte Musik aus Texas und erhält eine Blues-Rock Band, welche die Szene seit 1984 ordentlich aufmischt. Die Wurzeln Reverend Rustys und seiner beiden Mitmusiker liegen zwar im Blues, der musikalische Horizont hört jedoch hier nicht auf. Viele andere Musikstile haben ihren Einfluss hinterlassen.
Rev. Rusty ist ein ausgezeichneter Gitarrist, großartiger Sänger und spielt u.a. dreckige High-Energy-Slide-Guitar auf der Dobro als wäre der Teufel hinter ihm her. Vergleiche mit Rory Gallagher, Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan sind mehr als gerechtfertigt.
Am Anfang war lupenreiner BluesRock Programm. Aber inzwischen erreicht Reverend Rusty & The Case eine stilistische Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Die Musik ist vielmehr eine Bestandsaufnahme des gitarrenorientierten Rock – wobei die Ursprünge Jazz und Blues nicht zu kurz kommen. Sie gehören mit Sicherheit zu den am härtesten arbeitenden Bands in der Live-Music-Szene. Wer glaubt das sei eine Übertreibung, sollte schleunigst ein Konzert dieses Trios besuchen. Ihre Musik ist saftig wie ein T-Bone-Steak, scharf wie Tex-Mex-Food und geht runter wie Öl. Einfach eine gnadenlose, erdige, unverwüstliche Live-Show mit ungewöhnlichen Instrumenteneinsatz wie Cajon oder der Tuba.
In Kiel präsentiert die Band ihr aktuelles und von den Kritikern hochgelobtes Album „Sinner Not A Saint“. Das Musix-Magazin (VÖ: 06.2009) formulierte es einst sehr treffend: „Das Album „Sinner Not A Saint“ klingt als wenn Willie de Ville, Walter Trout, Carl Carlton, ZZ Top, The Hooters und Joe Bonamassa zusammen spielen würden.“
1998 gründete sich Bluesmail aus dem Gitarristen Alfons G. Krause und dem Bassisten Ulrich Axler. In den folgenden Jahren erspielte sich die Band sowohl in der Blues- als auch Rock-Szene einen guten Ruf. Die derzeitige Stammbesetzung ergab sich, als 1999 der Mundharmonikaspieler Rüdiger Voigt und 2003 der Schlagzeuger Ferdi Peters vom „ Dritten Ohr“ die Band vervollständigte.
Die aktuelle Formation inspiriert die Musiker den Blues als Lebensgefühl neu zu entwickeln und zu lieben. Dieses Empfinden produzieren sie auf der Bühne und teilen ihre Botschaft – jetzt mit deutschen Texten – zusammen mit dem Publikum. Den traditionell gespielten Blues verkörpern die 5 von Bluesmail ohne Effekte, pur in seiner Ursprungsform. Dabei hat die Band einen ganz eigenen Stil entwickelt, wobei sie dem typischen Bluesschema treu bleiben und so authentisch klingen, dass man glauben könnte, sie hätten bei den ganz großen Bluesmeistern höchstpersönlich Unterricht genommen. Wären da nicht, neben den bekannten Blues-Standards, die eigenen Stücke vorwiegend in deutscher Sprache, welche die eigentliche Herkunft verraten. Dies ist aber beileibe kein Makel, viel mehr ein Zeichen von innerer Reife und einem ungeheuren Selbstbewusstsein. Zudem erzählen die Texte, ganz authentisch, von alltäglichen Erlebnissen, mal witzig, mal traurig, mal nachdenklich aber immer ehrlich und ansprechend und nie aufgesetzt und übertrieben.
Chris Rannenberg (Bluespianist: Berlin/Chicago) äußerte sich einst über die Band: „Blues aus Lübeck?? - So was gibt’s! Alltagsgeschichten, immer fest im schwarzen Humus, mit ungeheurer Spielfreude.”
Am 30.10.2009 fand in Eutin die German Blues Challange mit den 5 besten Bluesbands Deutschlands statt! Bluesmail gingen als eindeutige Sieger der Herzen aus dem Rennen und gewannen bei der Publikumsabstimmung den 1. Platz, was auch im NDR-Fernsehen beim "Schleswig-Holstein-Magazin" entsprechend honoriert wurde.
12. Int. Kieler Blues Festival
Samstag, 13. Februar 2010
Räucherei – Kiel
Einlass: 19.00 Uhr – Beginn: 20.00 Uhr
Samstag, 13. Februar 2010, 20:00 | übernehmen
Räucherei
Preetzer Str. 35
Wo ist das?