Termine
Eintritt: Frei! Wir gehen mit dem Hut rum!
Beschreibung:
Erschienen in der Wochenschau am 8. November 2009.
Wochenschau: Wie bzw. wodurch wurde dein musikalischer Werdegang beeinflusst?
Torpus: Zuerst natürlich durch die Musik, die ich selber höre. Das sind viele alte Sachen wie die
Beatles, Kinks und Bob Dylan aber auch moderne Musiker wie Ryan Adams und Conor Oberst.
Und mich haben die Bands, in denen ich gespielt habe, geprägt. Besonders in den 5 Jahren mit
nepØmuk habe ich viel gesehen und gelernt.
Wochenschau: Deinen jetzigen Musikstil würdest du wie definieren?
Torpus: Ich nenne die Musik gerne moderne Folkmusik. Die Instrumente, die wir benutzen,
sind fast ausschließlich akustische Instrumente – Westerngitarre, Mundharmonika, Kontrabass.
Die Musik hat zwar viele traditionelle Elemente, ist aber auch oft komplexer und moderner als
klassische Folkmusik.
Wochenschau: Wenn du bestimmte Stücke übst, hast du dann Bilder vor Augen bzw. wie
kommst du zu deinen Texten? Was ist zuerst da, der Text oder die Melodie?
Torpus: Mich inspirieren Menschen und Situationen. Ich gehe viel unter Leute und unterhalte
mich. Andere Ansichten zu hören, egal ob ich sie für richtig oder falsch halte, finde ich immer
spannend. Und manchmal bewegt mich eben ein Gedanke so sehr, dass ich ein Lied darüber
schreibe. Wenn man meine Texte liest, kann man sehr viel über mich erfahren.
Ich habe immer ein kleines Notizbuch dabei, in das ich Gedanken oder teilweise auch komplette
Texte schreibe, die ich dann später erst vertone. Doch meistens fängt ein Lied mit einer Zeile an,
die zusammen mit der Melodie auf einmal in meinen Kopf kommt. Dann setze ich mich an die
Gitarre und fange an, um diese Zeile herum zu basteln, ein bisschen wie ein Puzzle. So entstehen
eigentlich Melodie und Text meist gleichzeitig.
Wochenschau: Welchen Stellenwert hat die Musik für dich neben deinem beruflichen
Werdegang?
Torpus: Die Musik ist mein beruflicher Werdegang. Ich tue sehr viel dafür, organisiere Konzerte,
nehme gerade ein Album auf, probe mit der Band, schreibe Lieder, mache Werbung und so
weiter… Wenn man das ernsthaft verfolgt, ist es tatsächlich ein Fulltime-Job.
Ich hoffe, dass es irgendwann reicht, um davon leben zu können. Das mag für einige naiv
klingen, aber ich gebe sicherlich nicht auf, bevor ich es richtig versucht habe.
Wochenschau: Gibt es einen „größten Moment“ auf der Bühne?
Torpus: „Den“ größten Moment gibt es eigentlich nicht. Aber für mich sind die Momente
grandios, in denen ich merke, dass mir das Publikum wirklich richtig zuhört. Wenn absolute Stille
herrscht und ich das Gefühl habe, dass die Leute verstehen, was ich ihnen sagen will. Das ist ein
einzigartiges Gefühl.
Wochenschau: Abschließende Frage: Wenn du z.B. in Süddeutschland aufgewachsen wärst,
würdest du dann eine andere Musik spielen? (Wie hat dich Nordfriesland geprägt?)
Torpus: Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass mich Nordfriesland als Land geprägt hat, sondern
die Menschen hier. Woanders hätte ich andere Menschen kennen gelernt und wäre musikalisch
möglicherweise in eine andere Richtung gegangen. Aber das ist schwer zu sagen, weil man ja
meist unbewusst geprägt wird. Wer weiß, vielleicht würde ich jetzt in Stuttgart sitzen und Hip-
Hop machen.
Photo: Bente Schmidt -myspace.com/barefootprint-
Homepage: http://www.myspace.com/torpus
Freitag, 12. Februar 2010, 20:00 | übernehmen
Prinz Willy
Lutherstrasse 9
Wo ist das?