Ach Kommschon, Mod. Komm jetzt bloß nicht mit 'sachlich bleiben'. Bei dem Quatsch kann man nicht sachlich bleiben:
Quatsch? Um sachlich werden zu können, sollte man vielleicht hin und wieder auch mal richtige Argumente bringen. Substanzlose Kommentare helfen in der Sache nicht weiter.
Ist ja richtig, dass Radfahrstreifen ab und zu total gefährlich sind ...
Bis hier hin 100% Ok.
... und dasses auch total doof ist, wenn man mit dem Fahrrad an ner Engstelle mal bremsen muss.
Auch das ist richtig. Aber man sollte unterscheiden, welche Art von Engstelle man meint, denn:
Aber das tu ich doch mit meinem Auto auch.
Richtig! Aber vergleiche doch mal ehrlich, wieviele vermeidbare Engstellen zwischen Radfahrer und Autofahrer liegen. Auch ich fahre sowohl Auto als auch Fahrrad, bilde mir also ein, beide Seiten zu kennen. Als Autofahrer kenne ich Staus, rote Ampeln und einige recht gemütliche Kollegen, die bei 70% der zulässigen Höchstgeschwindigkeit kategorisch abregeln.
Aber wie oft fahre ich mit dem Auto in eine Straße ein, um am deren Ende feststellen zu müssen, dass sie für mich gesperrt ist? Gibt es nicht in der Regel ausreichend Beschilderungen, die Autofahrer rechtzeitig auf Sperrungen hinweisen oder Umleitungen ausweisen? Wie oft werden Radwege an Baustellen einfach zugestellt und der Radfahrer kann sich entscheiden, ob er absteigt und über den Gehweg schiebt oder sich vom abgesetzen Radweg auf die Fahrbahn mogelt. Alternativ könnte man auch verbotswidrig über den Gehweg fahren oder einfach umkehren und als Geisterradler den Radweg wieder zurückfahren. Wozu schreiben die Verwaltungsvorschriften vor, dass für Radfahrer an Baustellen geeignete Notwege errichtet oder alternativ auf die Fahrbahn _geleitet_ werden müssen? Warum interessiert das im Radverkehr keinen? Richtig, denn so gut wie jeder weicht einfach auf den Gehweg aus und fährt dort weiter. Aber ist es das, was man wirklich möchte? Wie oft höre ich ältere Menschen, die sich über Radfahrer auf dem Gehweg beschweren. Aber warum tun sie das, man schreibt es den Radfahrer ja oft genug indirekt einfach vor.
Mein Fahrrad ist verkehrssicher ausgestattet. Die Beleuchtung hat das Maximum der Legalität erreicht. Dennoch habe ich gegenüber dem Auto eine schlechtere Ausleuchtung meines Weges. Man könnte also meinen, dass aufgestellte Hindernisse auf einem Radweg besonders gekennzeichnet werden müssten. Zumindestens eine reflektierende Schicht wäre angebracht. Aber während auf der Fahrbahn der Kraftfahrzeugverkehr mittels Leitbaken und gelben Leuchten auf die richtige Spur gebracht werden, lässt man Radfahrer in ungesicherte Baustellen fahren oder denkt noch nicht einmal daran, Hindernisse zu kennzeichen. Ich weiss, jetzt kommt wieder der Spruch mit dem "Sichtfahrgebot", aber das gilt selbstverständlich auch für Autofahrer. Von daher könnte man auch auf der Fahrbahn auf fast sämtliche Sicherungen verzichten, aber warum tut man das nicht?
An Kreuzungen fährt, wer Grün hat. So die Theorie in der Fahrschule, denn im Radverkehr gilt das nicht. Radfahrer müssen rätseln, welche Ampel für sie gilt. Und selbst wenn Radfahrer grün haben, dann heisst das noch lange nicht, dass der Querverkehr rot hat. Unterm Strich darf ich also bei einigen roten Ampeln fahren und an grünen Ampeln muss ich damit rechnen, dass von links oder rechts ebenfalls Verkehr bei Grün in den Kreuzungsbereich einfährt. Und jetzt mal ehrlich, gibt es solche Probleme auch im Kraftfahrzeugverkehr? Natürlich muss ich immer damit rechnen, dass jemand unerlaubt in die Kreuzung fährt. Aber als Radfahrer muss ich mit legal fahrendem Querverkehr rechnen! Da wünscht man sich, lieber auf der Fahrbahn fahren zu dürfen, um wenigstens an dieser Ordnung teilhaben zu können.
In allen oben geschilderten Situationen wird es "eng" für mich. In allen muss ich meine Geschwindigkeit reduzieren. Aber warum? Weil Baustellen nicht richtig gesichert werden, Verkehrsregeln abseits der Fahrbahn unvollständig sind und Verkehrsführungen oft mehr verwirren als führen. Dennoch darf ich anderen Radfahrern hinterher schleichen, an roten Ampeln warten und all das erleben, was ich auch als Autofahrer erlebe.
Ist doch jetzt wirklich keine Lebensaufgabe, damit Foren zuzuballern, dass das für Radfahrer jetzt alles besonders schlimm ist.
Es ist keine Lebensaufgabe. Aber futzi hat das Thema nun einmal angepsrochen. Und ich kann ihn verstehen, dass er zu Recht etwas übel gelaunt ist über die Situation. Aber wenn jemand wie Du und viele andere auch, solche Probleme als unwichtig abtun, dann wissen wir ja auch, warum sich an der Situation Nichts ändern wird. Und da der Fördeflüsterer ein Portal von Kielern für Kieler ist, sollte man sich eher fragen, warum überhaupt jemand die Zeit und Motivation aufbringt, sein Anliegen hier vorzutragen. Aber wenn das alles so unwichtig ist, dann braucht sich doch auch kein Autofahrer darüber zu beschweren, dass Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Mein Gott, dann muss der Autofahrer halt mal langsamer fahren - na und?
Ich würde mich ja freuen, wenn die Kieler Polzei den Radverkehr mal wirklich kontrollieren würde. Also nicht nur diese Show mit den Fahrradwochen. Ich würde wetten, dass viele Radfahrer die Lust am Radfahrern verlieren würden. Stattdessen legalisiert die Stadt einfach das, wozu sie offensichtlich nicht in der Lage war, es zu kontrollieren. Aber wenn ich als Radfahrer fahren kann wie ich will, dann habe ich natürlich auch keinen Grund, mich zu beschweren. Auch eine Politik, um ein positives Fahrradklima zu schaffen.