// Musik

Sonntag, 12. November 2017

Wavves

You´re Welcome

Wavves – You´re Welcome
Wavves – You´re Welcome

Es klingt ein wenig hoch­tra­bend, wenn man sagt, dass Wav­ves mit dem 2010er Album „King Of The Beach“ ein „Never­mind“ sei­ner Gene­ra­tion ver­öf­fent­licht haben. Sicher­lich, es ist nicht so bekannt wie der Grunge‐​Klassiker, und vie­len Men­schen ist die­ses Werk nicht geläu­fig. Aber Nathan Wil­liams hat vie­len Men­schen aus der Seele gespro­chen, und im Prin­zip nahm nach dem Erfolg das Schick­sal einen ähn­li­chen Ver­lauf wie bei Nirvana.

Der Ruhm wuchs ein wenig über den Kopf, denn sie wech­sel­ten sei­ner­zeit vom geschmacks­si­che­ren Fat Pos­sum zum Warner‐​Konzern. Der angeb­li­che Beweg­grund war, dass man mal in guten Restau­rants essen wollte. Das Geld wurde inves­tiert, aber den­noch war die Krea­ti­vi­tät ein wenig betäubt, oder man war vom vol­len Bauch gesät­tigt. Am Ende trennte man sich von War­ner im Streit und mit üblen Beschimpfungen.

Ein lee­rer Bauch stu­diert nicht gern, aber scheint dafür gerne zu rocken. Denn ihr sechs­tes Album „You‘re Wel­come“ kommt bei „Ghost Ramp“ her­aus, also einer klei­ne­ren Plat­ten­firma, was zur Ursa­che hat, dass die Musik von Wav­ves wie­der wesent­lich kraft­vol­ler und mit­rei­ßen­der ist. Zwar hauen einen die ein­zel­nen Lie­der nicht so um wie 2010, aber Nathan Wil­liams Songs haben wie­der eine große Por­tion Lebensfreude.

Auch sind es wie­der kna­ckige Songs, die meist in drei Minu­ten gespielt sind und ordent­lich Krach mit schwin­de­lig machen­den Indie‐​Pop‐​Melodien ver­bin­den. Sehr gerne bedie­nen sich Wil­liams und seine Beglei­ter beim Surf und dem Garage‐​Sound, so dass man die Lie­der stän­dig hören will. Also ähn­lich wie 2010.

Manch­mal machen sie Phil Spec­tors Wall Of Sound alle Ehre, wie etwa beim Schluss­song, der wie eine fünf­zi­ger­jahre Teenager‐​Schnulze klingt, dann aber jede Menge Fuzz‐​Sounds dabei hat, und psy­che­de­lisch win­det es sich auch noch. Doch die ande­ren elf Lie­der sind dann unbän­dige Power‐​Songs, die zei­gen, dass man mit knur­ren­dem Magen doch oft die bes­se­ren Songs schreibt.

Erschie­nen bei: Ghost Ramp
wav​ves​.net

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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