// Musik

Montag, 11. September 2017

Ursina

You Have My Heart

Ursina – You Have My Heart
Ursina – You Have My Heart

Wenn man „You Have My Heart“ hört, ist man gedank­lich schnell aus dem All­tag geris­sen und lan­det in einem musi­ka­lisch beque­men Schoß. Es klingt behag­lich und ver­lei­tet den­noch nicht zur Träg­heit. Das liegt daran, dass der Sound sehr urban und natur­be­las­sen klingt. Man kann sagen, dass es fei­ner Folk ist, bei dem die Melo­dien sehr fili­gran sind. Jede Menge Strei­cher und kam­mer­mu­si­ka­li­sche Klänge, die hier fein ver­spon­nen wer­den. Nicht zu schräg wird arran­giert, aber eben auch nicht kalkuliert.

Bei vie­len Songs gibt es packende Stei­ge­run­gen und inter­es­sante Ver­läufe. Das Titel­stück als Opener beweist es, behut­same Instru­men­ta­li­sie­run­gen und leise Chöre tau­chen auf, am Ende schwillt der Song lang­sam an. Dazu die Stimme von Ursina, die kraft­voll, mar­kant ist und irgend­wie skan­di­na­visch anmutet.

Letz­tere Eigen­schaft ver­stärkt sich bei „En In Mund“, und bei „Affonza“ singt sie in einer unge­wohn­ten Spra­che. Doch das führt ein wenig auf eine fal­sche Fährte, denn sie singt roma­nisch. Ursina stammt aus der Schweiz und ist nicht in einer Stadt son­dern länd­lich in einem Dorf in den Ber­gen auf­ge­wach­sen. Man kann sich aber auch die Musik in die­ser Gegend gut vor­stel­len, auch wenn im Kopf immer noch mehr Island auf­taucht als der Alpenstaat.

Viel­leicht ist ihre Her­kunft in der Musik auch egal, und sie will ein­fach nur die Musik machen, die ihr gefällt. Dabei sind die Songs meis­tens ver­träumt und haben eine gewisse Noir‐​Melancholie, als Gegen­ge­wicht gibt es aber auch mal leicht beschwingte Stü­cke wie das mit Blä­sern bestückte „Running“.

Oft sind die Songs aber auch ein wenig karg arran­giert, wes­halb man Ursina teil­weise mit Tom Waits ver­gleicht. Aller­dings rum­peln und pol­tern die Lie­der nicht, dazu sind sie auch zu zärt­lich. „You Have My Heart“ ist ein Werk, wel­ches wirk­lich einen eige­nen aber schö­nen Cha­rak­ter hat.

Erschie­nen bei: Radi­cals /​Soul­food
ursi​namu​sic​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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