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Freitag, 09. September 2011

Universität Kiel

Wohnungsnot in Kiel

Henning Krause vom AStA der Uni-Kiel, Vizepräsident der Uni-Kiel Prof. Frank Kempken und Günter Kellotat vom Studentenwerk SH beschreiben eine akute Wohnungsnot in Kiel für Studenten - Foto: KIK
Henning Krause vom AStA der Uni-Kiel, Vizepräsident der Uni-Kiel Prof. Frank Kempken und Günter Kellotat vom Studentenwerk SH beschreiben eine akute Wohnungsnot in Kiel für Studenten - Foto: KIK

Die Ein­schrei­bungs­phase für zulas­sungs­freie Fächer zum Win­ter­se­mes­ter 20112012 hat gerade erst begon­nen und schon jetzt kann das Stu­den­ten­werk Schleswig‐​Holstein keine Woh­nun­gen mehr anbie­ten. Durch die dop­pel­ten Abitur­jahr­gänge und den Weg­fall der Wehr­pflicht habe sich das Pro­blem des knap­pen Wohn­raums in Kiel akut ver­schärft. Die Christian‐​Albrechts‐​Universität, der AStA der Uni­ver­si­tät und das Stu­den­ten­werk Schleswig‐​Holstein schla­gen in einer gemein­sa­men Erklä­rung Alarm und hof­fen auf die Soli­da­ri­tät der Bevöl­ke­rung. Stu­den­ten auf Woh­nungs­su­che soll­ten sich an den Asta und das Stu­den­ten­werk wenden.

In Schleswig‐​Holstein wer­den auf die Zahl der Stu­den­ten im Schnitt 7% des Bedarfs an Wohn­raum gedeckt. Der Bun­des­durch­schnitt liegt aber bei 12%, also eine dop­pelt so hohe Abde­ckung des Bedarfs. In Kiel wurde 2004 das letzte Wohn­heim neu­ge­baut. Danach kon­zen­trierte sich das Stu­den­ten­werk auf die Sanie­rung beste­hen­der Wohn­heime. Es gab Pläne für den Aus­bau der Wohn­raum­ka­pa­zi­tä­ten. Diese fie­len aber den Kür­zun­gen im Lan­des­haus­halt zum Opfer. Obwohl das Land die Uni­ver­si­tät durch den Hoch­schul­pakt ver­pflich­tete, eine höhere Anzahl von Stu­den­ten auf­zu­neh­men und die deut­lich gestei­gerte Zahl von Stu­den­ten durch dop­pelte Abitur­jahr­gänge und dem Weg­fall der Wehr­pflicht vor­her­zu­se­hen war, inves­tierte das Land nicht in die soziale Infra­struk­tur, beson­ders nicht in den Wohnraum.

Nach heu­ti­gem Stand kann das Stu­den­ten­werk Schleswig‐​Holstein in Kiel 1860 Zim­mer anbie­ten. Zum Win­ter­se­mes­ter konn­ten 900 Zim­mer ver­ge­ben wer­den, davon sind aber in die­sem Semes­ter schon alle belegt. Es gäbe zwar noch Woh­nun­gen von Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten, auf die das Stu­den­ten­werk ein Bele­gungs­recht hat. Diese sind aber deut­lich teu­rer in der Miete und daher oft außer­halb der finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten der Stu­den­ten. Im Schnitt gibt ein Stu­dent in Kiel circa 280 Euro, 30% – 40% des Bud­gets eines Stu­den­ten, für Woh­nen aus. Das Stu­den­ten­werk Schleswig‐​Holstein bie­tet Zim­mer für 200 Euro an. Die Woh­nun­gen der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten lägen deut­lich dar­über. Ein kurz­fris­tige Erwei­te­rung der Wohn­raum­ka­pa­zi­tä­ten des Stu­den­ten­werks sind nicht in Sicht.

Der Appell

Daher der Auf­ruf an die Kie­ler Bür­ger und Wohn­raum­be­sit­zer, den Stu­den­ten der Uni­ver­si­tä­ten und der Fach­hoch­schu­len freie Zim­mer und Woh­nun­gen kos­ten­güns­tig zur Ver­fü­gung zu stel­len. Die Unter­zeich­ner die­ser Erklä­rung hof­fen auf die Soli­da­ri­tät der Bür­ger mit den Stu­den­ten, die nach Auf­fas­sung der Unter­zeich­ner aus Ver­nunft und dem Gebot der Für­sorge zu unter­stüt­zen seien. Beson­ders aus­län­di­sche Stu­den­ten, die sich in der Regel erst sehr kurz­fris­tig vor Semes­ter­be­ginn in Kiel um eine Bleibe küm­mern könn­ten, müss­ten alleine schon aus Gast­freund­schaft beson­ders unter­stützt wer­den. Zu den Unter­zeich­nern der Erklä­rung gehö­ren neben der CAU, die Fach­hoch­schule Kiel, die Muthe­sius Kunst­hoch­schule, das Stu­den­ten­werk Schleswig‐​Holstein, sowie der AStA der Uni­ver­si­tät Kiel, der AStA der Fach­hoch­schule Kiel und die Stadt Kiel. Neben dem Apell an die Bür­ger ver­ges­sen aber die Unter­zeich­ner nicht die Ver­ant­wor­tung des Lan­des, wel­ches eigent­lich für eine bedarfs­ge­rechte und zukunfts­ori­en­tierte Ver­sor­gung mit sozia­ler Infra­struk­tur für Stu­den­ten sor­gen müsste. Schließ­lich würde es sich um Inves­ti­tio­nen in die Bil­dung und die Zukunft des Lan­des han­deln und die Lange in Flens­burg, Heide und Lübeck sei ähn­lich schlimm.

Was wird gebraucht?

Ziem­lich leer – Der Aus­hang mit Woh­nungs­an­ge­bo­ten – Foto: KIK

Gesucht wer­den mög­lichst möblierte Zim­mer, da Stu­den­ten in der Regel mit klei­nem Gepäck ihr Stu­dium begin­nen. Das Zim­mer oder die Woh­nung sollte mög­lichst nah am jewei­li­gen Ort der Lehr­an­stalt sein. Bür­ger, die Stu­den­ten sol­che Zim­mer anbie­ten möch­ten, wen­den sich bitte an den Kie­ler AStA, der in den kom­men­den Wochen ein stän­dig aktua­li­sier­tes Online‐​Portal zur Ver­mitt­lung von Wohn­raum bereit­stel­len möchte. Natür­lich gibt es wei­ter­hin die Mög­lich­keit, Ange­bote von Woh­nun­gen und Zim­mern an der Pinn­wand des AStA aus­hän­gen zu las­sen. Der Aus­hang befin­det sich an der Mensa I am Christian‐​Albrechts‐​Platz außen am Gebäude und kann auch außer­halb der Öff­nungs­zei­ten ein­ge­se­hen werden.

Stu­den­ten, die im Okto­ber ihr Stu­dium begin­nen möch­ten, soll­ten sich mög­lichst bald um ein Zim­mer bemü­hen. Auch in die­sem Fall wären der AStA und das Stu­den­ten­werk der erste Ansprech­part­ner. Das Stu­den­ten­werk weist dar­auf hin, dass sich eine Bewer­bung um ein Zim­mer in einem Wohn­heim immer loh­nen kann. Die Bewer­bung gilt immer für ein Semes­ter und die Fluk­tua­tion in den Wohn­hei­men beträgt bis zu 50%. Obwohl also alle Zim­mer zur Zeit ver­ge­ben sind, besteht die kleine Chance trotz­dem noch ein Zim­mer zumin­dest im Laufe des Semes­ters zu erhalten.

Über den Autor

Christoph Krenz Christoph Krenz

Foto­graf – Reporter

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