// Musik

Freitag, 18. Mai 2018

Blitzen Trapper

Wild And Reckless

Blitzen Trapper – Wild And Reckless
Blitzen Trapper – Wild And Reckless

Wenn Rock sich mit Thea­ter­auf­füh­rung ver­mischt, dann kommt in den sel­tens­ten Fäl­len etwas Brauch­ba­res her­aus. Meist wird es kit­schig und für bei­den Sei­ten unge­lenk, steif und unge­konnt. „Wild And Reck­less“ ist auch eine Rock­oper, und den­noch muss man sich hier nicht fürchten.

Zum einen, weil die Geschichte nichts mit musi­cal­ähn­li­chem Geträl­ler zu tun hat. Zum ande­ren geht es hier­bei um eine Lie­bes– und Dro­gen­ge­schichte, die sich groß­flä­chig aus­brei­tet. Aber auch die Rah­men­be­din­gun­gen füh­ren nicht dazu, dass Blit­zen Trap­per eine musi­ka­li­sche andere Fährte betre­ten. Was die­ses Sex­tett aus Port­land /​Ore­gon hier zu bie­ten hat, schließt sich ihrer Dis­ko­gra­phie pro­blem­los an.

Herr­lich weit­läu­fi­ger Ame­ri­cana Sound wird auf­ge­tischt, und den­noch ist auch ein Hauch Prog­Rock drin, Coun­try und vor allem viel Folk. Die Songs sind sicher­lich nichts, was die gro­ßen Melo­dien her­auf­be­schwört. Dafür sind die Arran­ge­ments meist sehr pracht­voll. Der Opener „Rebel“ hat alles, was man mit Ame­ri­cana in Ver­bin­dung setzt und vor allem Har­mo­nien im Überfluss.

Doch bei „No Mans Land“ bemerkt man, dass „Wild and Reck­less“ doch ein Konzept‐​Album ist, es baut sich eine Dra­ma­tik ein, die man von der Band nicht kennt. Zudem wird teil­weise Sprech­ge­sang benutzt, wobei meist doch gewöhn­li­cher Gesang zur Anwen­dung kommt. Meis­tens blei­ben sie jedoch bei ihren Leis­ten, und so kann man die Songs auch dem klas­si­schen AOR‐​Rock zuord­nen und muss irgend­wie oft an die frü­he­ren Bruce‐​Springsteen‐​Alben denken.

Erschie­nen bei: Lojinx /​Alive
www​.blit​zen​trap​per​.net

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung