// Kultur

Samstag, 13. Mai 2017

"Revanche muss sein!"

Werner – Das Rennen 2018

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Seit 1988 fragt sich ganz Schleswig‐​Holstein, ob Röt­ger „Brö­sel“ Feld­mann sich ver­schal­tet hat. 30 Jahre spä­ter will Brö­sel es noch ein­mal wis­sen und for­dert mit sei­nem „Red‐​Porsche‐​Killer“ Hol­ger „Holgi“ Henze noch ein­mal her­aus. „Revan­che muss sein!“ heißt es daher 2018 auf dem Flug­platz Hartenholm.

Die Älte­ren mögen sich erin­nern: Comic­zeich­ner Röt­ger „Brö­sel“ Feld­mann trat gegen sei­nen Freund Hol­ger „Holgi“ Henze, Besit­zer des Kiel‐​bekannten „Club 68″ in einem Ren­nen an. Nicht nur auf dem Zei­chen­blatt, son­dern auch auf der Strasse wurde die­ses Ren­nen zur Legende. Seit die­sem soge­nann­ten „Werner‐​Rennen“ und der spek­ta­ku­lä­ren Nie­der­lage von Brö­sel sind nun fast 30 Jahre ver­gan­gen und nicht wenige Schleswig‐​Holsteiner fra­gen sich bis heute, ob sich „Brö­sel“ nicht ein­fach nur ver­schal­tet hat, als er dem roten Por­sche, der damals bereits 20 Jahre auf dem Buckel hatte, nur noch hin­ter­her­schauen konnte.

Statt jedoch am Tre­sen des „Club 68″ nost­al­gi­sche Geschich­ten und Anek­do­ten zu erzäh­len will Röt­ger Feld­mann es noch ein­mal wis­sen. Daher wurde die legen­däre, vier­mo­to­rige Horex, genannt „Red‐​Porsche‐​Killer“ nicht ins Museum gescho­ben. Statt­des­sen wird die Maschine frisch über­holt, an den inzwi­schen 67‐​jährigen Brö­sel ange­passt und mit einer digi­ta­len Gang­an­zeige ausgestattet.

Brö­sel ist über­zeugt, dass er dies­mal mit sei­nem Bock das Ren­nen gewin­nen wird. Vier 400er Horex Ein­zy­lin­der, die auf 550 cm³ auf­ge­bohrt wur­den und zusam­men rund 160 PS leis­ten, soll­ten sei­ner Mei­nung nach aus­rei­chen, um den im Jahr 2018 inzwi­schen 50 Jahre alten Pro­sche 911 T das Fürch­ten zu lehren.

Doch Hol­ger Henze wäre nicht Holgi, wenn er nicht, wie aus den „Werner“-Comics wohl­be­kannt, bereits wie­der in der Garage im Hin­ter­hof des Club 68 an sei­nem roten Old­ti­mer schrau­ben und bas­teln würde. Für das Ren­nen soll der Motor des 911 S, wel­cher sich der­zeit in sei­nem Por­sche befin­det, durch einen rein­ras­si­gen Renn­mo­tor mit 2,7 Liter Hub­raum ersetzt wer­den. Zwar sei einer der Zylin­der defekt und auch die Ven­til­sitze müs­sen, so Holgi, neu gefräst wer­den, aber bis August 2018 sei genug Zeit, um dem Motor mit etwas Fein­tu­ning und viel Liebe „600 PS“ zu entlocken.

Das Ren­nen

Vom 30. August bis zum 2. Sep­tem­ber 2018 fin­det das Ren­nen erneut auf dem Flug­platz Har­ten­holm statt. Zwar hatte die Gemeinde damals nach dem Chaos die Nase erst ein­mal gestri­chen voll von Brö­sel und Holgi, doch inzwi­schen sei viel Gras gewach­sen und gemäht wor­den und alle seien nun wie­der Freunde.

Es bleibt zu hof­fen, dass Brö­sel und sein Mecha­ni­ker „Ölfuß“, der damals drei Jahre harte Arbeit und viel Schweiß in die Kon­struk­tion des „Red‐​Porsche‐​Killer“ steckte, das Moped ordent­lich ent­stau­ben und moder­ni­sie­ren. Es wäre schade, wenn Brö­sel 2018 erneut nur die Rück­lich­ter eines 50 Jahre alten 911er sehen würde.

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Über den Autor

Alexander Ruoff Alexander Ruoff

Kof­fe­in­süch­ti­ger Kos­mo­po­lit, der im Nor­den gestran­det ist und über Kunst, Kul­tur und Poli­tik schreibt.

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