// Musik

Sonntag, 31. Januar 2016

Fraktus

Welcome To The Internet

Fraktus – Welcome To The Internet
Fraktus – Welcome To The Internet

Als was soll man die­ses Album von Frak­tus betrach­ten? Es ist das zweite der fik­ti­ven Band, und das Debüt ist ja eher eine Samm­lung von Sin­gles, die sie angeb­lich in den acht­zi­ger Jah­ren her­aus­ge­bracht und mit denen sie den Weg für die Techno‐​Musik, wie wir sie heute ken­nen, geeb­net haben.

Ist „Wel­come To The Iner­net“ also als Comeback‐​Album von Bernd Wand (Jac­ques Pal­min­ger), Dirk Eber­hard („Dickie“) Schu­bert (Rocko Scha­moni) und Tors­ten Bage (Heinz Strunk) zu betrachten?

The­ma­tisch muss es sich bei die­sem Lang­spie­ler halt um ein Rückkehr‐​Werk han­deln, schließ­lich war die vir­tu­elle Welt nicht mit der Begriff­lich­keit „Inter­net“ in Ver­bin­dung gebracht, man nannte es damals höchs­tens „Sci­ence Fic­tion“. Zudem sehen die Her­ren Musi­ker auf der Rück­seite des Album schon ein wenig in die Jahre gekom­men aus, aller­dings wei­ter­hin irgend­wie charmant.

Also ist „Wel­come To The Inter­net“ ein neues Werk einer ver­meint­lich alten Band. Musi­ka­lisch sind Frak­tus sich aber wei­ter­hin treu geblie­ben und beeh­ren uns mit einer Unmenge retro­fu­tu­ris­ti­scher Musik, die dies­mal ver­stärkt auch Refe­ren­zen an Kraft­werk freilegt.

Dabei ist aber weni­ger die musi­ka­li­sche Aus­rich­tung gemeint, die aber durch­aus auch eine unter­ge­ord­nete Rolle spielt, son­dern viel­mehr die The­ma­tik mit Tech­nik, wie eben beim Titel­stück oder der Vorab‐​Single „Freunde sind Fri­ends“ bei der es ja um vir­tu­elle Freund­schaf­ten geht, oder „Musik aus Strom“, bei dem Musik als Zah­len dar­ge­legt wird.

Aber es geht auch um banale The­men und wim­melt hier nur so vor Dada­is­mus, und so wer­den „Sau­ge­tü­cher“ besun­gen und der Beruf des Malers und Lackie­rers auf­ge­wer­tet. Aber auch Neue‐​Deutsche‐​Welle‐​Romantik bie­ten sie, diese wird aller­dings so auf­ge­pimpt, dass man damit durch­aus auf der Pole‐​Position lan­den kann. Glau­ben sie nicht, dann höre man sich „Schaue aus Glas“ an, und kann sich vor­stel­len, wie die drei mit dem glei­chen Innen­ar­chi­tek­ten für die Köpfe, direkt nach Trio bei der ZDF‐​Hitparade für die nächste Irri­ta­tion hät­ten sor­gen kön­nen. Manch­mal bie­ten Frak­tus aber auch nur Quatsch mit Senfs­oße, aber auch das macht Spaß.

Zwar kennt man die Geschichte, und viel­leicht wird ein Witz beim zwei­ten mal nicht bes­ser, aber wenn er noch immer unter­halt­sam ist, kann man nichts dage­gen haben.

Erschie­nen bei: Staats­akt /​Caro­line Inter­na­tio­nal /​Uni­ver­sal
www​.frak​tus​.de

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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