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Dienstag, 08. März 2011

Bosse

Wartesaal

Bosse – Wartesaal
Bosse – Wartesaal

Dass Phä­no­men Bosse hat sich mir noch nicht ansatz­weise erschlos­sen. Zu sehr hatte ich bis jetzt immer das Gefühl, dass die Songs vom Braun­schwei­ger Axel Bosse, der Anfang des Jahr­tau­sends mit einer Crossover‐​Band namens Hyper­child kleine Erfolge fei­ern konnte, zu behä­bi­ger Rock­Pop für das Jugend­ra­dio ist. Auch der Besuch eines Kon­zerts konnte bei mir keine Begeis­te­rung hervorrufen.

Des­we­gen ein tie­fer, aus dem Her­zen kom­men­der Seuf­zer, als die freund­li­che Promotion‐​Firma mir das neuste Album „War­te­saal“ zusandte. Mit Skep­sis also das Runde in das Eckige, die Play­taste gedrückt, und nach dem ers­ten Hören noch keine posi­ti­ven Regungen.

Aber bei den nächs­ten Durch­läu­fen regt sich doch etwas. Man fängt an, an den gerne pop­pig beschwing­ten Songs Gefal­len zu fin­den. Die Sin­gle „Weit Weg“ mit ihren ange­deu­te­ten Wave‐​Gitarren, dem Polarkreis‐​18‐​Arrangement und der schö­nen Piano‐​Perlen‐​Gestaltung hat durch­aus Charme. Auch die Lie­bes­er­klä­rung „Dein Herz ist eine Metro­pole“ hat etwas Lie­bens­wür­di­ges, und der Song dazu, „Metro­pole“, kann auf der Indie‐​Tanzfläche die Dis­co­ku­gel sogar zum Glän­zen brin­gen, mit sei­nen Strei­chern und dem guten Bass.

Die Nacht“ mit der schwel­ge­ri­schen aber den­noch hym­nen­haf­ten Vita oder das nacht­wan­delnde „Nach Haus“ pas­sen auch. Es zün­det die­ses neue Album von Axel Bosse, auch wenn einige mit der edlen Pop‐​Glasur Pro­bleme haben werden.

Doch „War­te­saal“ ist ein voll­mun­di­ges Album gewor­den, das auch unter­schied­li­che Facet­ten auf­zeigt, und bei den Tex­ten trägt er sein Herz auf der Zunge. Keine groß ver­bo­ge­nen Sätze, lie­ber gera­de­her­aus, den­noch nicht pla­ka­tiv und plump, son­dern cle­ver. Er hat mich also doch gekriegt, der Bosse.

Erschie­nen bei: Ver­tigo /​Uni­ver­sal

www​.axel​bosse​.de

Video

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Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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