// Musik

Dienstag, 13. Februar 2018

Jordan Rakei

Wallflower

Jordan Rakei – Wallflower
Jordan Rakei – Wallflower

Wenn man sein Debüt „Cloak“ nennt, lässt das nicht gerade an fili­grane Musik den­ken. Das ist auch der Name des Erst­lings­werks von Jor­dan Rakei, erschie­nen ist die­ses 2016 auf dem klei­nen Label „Soul Has No Tempo“. Mit die­ser Lang­spiel­platte hat er es aber geschafft, das Inter­esse des „Ninja Tune“-Labels zu wecken.

Nun ist der Nach­fol­ger da! „Wall­f­lower“ ist der Name. Hört man die­ses Album die ers­ten Male, ver­steht man nicht sofort, wes­halb die­ses Label einen Nar­ren an Jor­dan Rakei gefres­sen hat. Im ers­ten Moment wir­ken die Songs fast ein wenig gewöhn­lich und huschen unge­hört vor­bei. Man muss sich also kon­zen­trie­ren, um die Fein­hei­ten zu entdecken.

Bei mir hat es gehol­fen, „Wall­f­lower“ über Kopf­hö­rer zu erkun­den. Auf ein­mal macht es klick, und man bemerkt wie fein­füh­lig die zwölf Songs sind. Der R‘n‘B ist so warm und den­noch unge­mein leicht, was an dem Gesang liegt, der wie eine lieb­li­che Vari­ante von James Blake klingt. Dazu sind die Arran­ge­ments klang­lich urban und den­noch immer über­ra­schend aufgetischt.

Mal wer­den die Songs mit Dub fein mar­mo­riert, ohne sich dem Rastafari‐​Kult kli­schee­haft zu nähern. Mit Song­wri­ter­tum eröff­net er das Album, wel­ches mit ein paar Sai­ten­in­stru­men­ten gestal­tet wurde und in der Mitte einen kom­plet­ten Rhyth­mus­wech­sel bekommt und damit in einem sanf­ten Ele­kro­schaum­bad lan­det. Gefühls­schwin­de­lig macht „May“ mit sei­nem Loop‐​artigen Refrain, und „Nerve“ ist eine schnieke Soul‐​Ballade mit­samt herr­lich schö­nen Streichern.

Am bes­ten ist Jor­dan Rakei, wenn er dem Jazz mehr Platz schenkt, meist sehr dem Lounge zuge­wandt, aber im gesam­ten klang­li­chen Umfeld passt die­ses unge­mein gut. Viel Sinn­lich­keit ist auch in jedem Song unmit­tel­bar zu spü­ren und haben sich die Lie­der erst ein­mal geöff­net, möchte man sie auch nicht wie­der hergeben.

Erschie­nen bei: Ninja Tune /​Rough Trade
www​.jor​dan​ra​kei​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

facebook

 

Werbung