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Mittwoch, 22. März 2017

Verbraucherzentrale SH warnt

Vorsicht vor gefälschten Abmahnungen

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Wer sich im Inter­net bewegt, balan­ciert häu­fig auf dün­nem Eis. Ob mit vol­ler Absicht oder durch einen zufäl­li­gen Klick – Geset­zes­ver­stöße sind schnell pas­siert. Die Quit­tung dafür ist häu­fig eine Abmah­nung der Rech­te­in­ha­ber durch eine Anwalts­kanz­lei. Doch nicht jede Abmah­nung ist echt: Die Ver­brau­cher­zen­trale Schleswig‐​Holstein ver­mel­det aktu­ell eine hohe Anzahl gefälsch­ter Abmah­nun­gen in Schleswig‐​Holstein und gibt Tipps, wie damit umzu­ge­hen ist.

Die vorgetäuschten juris­ti­schen Schrei­ben sind alle­samt per E‐​Mail gekom­men und ent­hal­ten For­de­run­gen über meh­rere tau­send Euro. Als Absen­der ist die Abmahn­kanz­lei Wal­dorf und From­mer aus München ange­ge­ben. In den E‐​Mails behaup­ten die Ver­fas­ser, der Empfänger habe urhe­ber­recht­lich geschützte Inhalte im Inter­net ille­gal her­un­ter­ge­la­den und ande­ren Nut­zern zur Verfügung gestellt.

Anhänge und Links nicht öffnen

Die Kanz­lei Wal­dorf und From­mer schreibt dazu auf ihrer Inter­net­seite: „Die frag­li­chen E‐​Mails stam­men nicht von unse­rer Kanz­lei. Die darin ange­ge­be­nen Tat­sa­chen sind alle­samt falsch. Es han­delt sich somit um Fälschungen, die offen­kun­dig betrügerischen Zwe­cken die­nen. Bitte igno­rie­ren Sie sol­che Auf­for­de­run­gen und öffnen Sie unter kei­nen Umständen etwaige Anhänge oder die in der Mail ange­ge­be­nen Links.“

So erkennt man eine echte Abmahnung

Sol­che Schrei­ben per E‐​Mail sind in der Regel Fälschungen“, so Dr. Boris Wita, Jurist der Ver­brau­cher­zen­trale Schleswig‐​Holstein. Echte Abmah­nun– gen kom­men stets als Brief mit der Post, nicht per E‐​Mail. Sie ent­hal­ten diverse Unter­la­gen mit genauen Anga­ben zum Ver­stoß, eine Unterlassungserklärung und meist einen Beschluss des Land­ge­rich­tes. „Eine echte Abmah­nung soll­ten Empfänger nie­mals igno­rie­ren, son­dern sie von Exper­ten prüfen las­sen“, emp­fiehlt Wita.

Rich­tig rea­gie­ren bei ech­ten Abmahnschreiben

Wer nicht rea­giert, muss mit wei­te­ren Mahn­schrei­ben und For­de­run­gen rech­nen. Das gilt auch, wenn Betrof­fene überzeugt sind, dass sie selbst nichts falsch gemacht haben. Mit Fra­gen zu Abmah­nun­gen und Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen können sich Ver­brau­cher an die Bera­tungs­stel­len der Ver­brau­cher­zen­trale Schleswig‐​Holstein wen­den. Die Rechts­ex­per­ten bie­ten Hilfe zur Selbst­hilfe und ent­wi­ckeln mit betrof­fe­nen Ver­brau­chern Lösungswege für ihren indi­vi­du­el­len Fall.

Wei­tere Informationen

  • Ver­brau­cher­zen­trale Schleswig‐​Holstein

  • Dr. Boris Wita, Refe­rent Recht /​wita@​vzsh.​de

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