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Donnerstag, 08. Juni 2017

Temples

Volcano

Temples – Volcano
Temples – Volcano

Man hat viel schlech­tes über das zweite Album von Temp­les gele­sen. Viel­leicht ist das Pro­blem ein­fach, dass man „Volcano“ mit „Sun Struc­tures“ ver­gleicht, doch im Grunde sind es zwei ver­schiende Plat­ten. Nur zwei Sachen ver­bin­det die bei­den Alben: zum Einem hat man es mit der gleich besetz­ten Band zu tun und zum Ande­ren klin­gen Temp­les noch immer sehr psychedelisch.

Doch auf „Volcano“ wie­der auf eine ganz andere Art, da passt der Ver­gleich zu Tame Impala. Deren letz­tes Werk „Cur­rents“ hat ja auch mit den gan­zen Vor­gän­gern gebro­chen, und das bestimmte Instru­ment war das Key­board. Klang beim Lesen komisch, aber wenn man erst ein­mal vom Loop des Songs „Let It Hap­pen“ gefan­gen war, ist die­ser Song und die rest­li­chen Lie­der wirk­lich eindrucksvoll.

Ganz so ein­drucks­voll sind die zwölf Lie­der von Temp­les lei­der nicht und ihre Songs sind auch nicht mehr vom Folk geprägt. Es fehlt auch eine frea­kige Hymne wie „Shel­ter Song“. Das ist auch der Grund warum „Volcano“ es sicher­lich schwer haben wird bei den Men­schen die ihre erste Platte so lieb­ten. Doch viel­leicht sollte man sich „Volcano“ anders nähern.

Man stelle sich ein­fach vor, es wäre 2007 und MGMTs Debüt ist gerade in aller Ohren, und die Welt sucht noch eine wei­tere Band mit ähn­lich herr­lich spin­nen­den Hip­pie­tum mit psy­che­de­li­schen Melo­dien. Dann wäre „Volcano“ ein rich­tige gro­ßes Album gewor­den. Dann wür­den Songs wie das ver­träumte „How Would You Like To Go?“ mit­samt sei­nen Keyboard‐​Klangbildern (da haben wir wie­der den Ver­gleich zu Tame Impala) rich­tig aufblühen.

Oder das ori­en­ta­li­sche Intro bei „Open Air“. Bei „Cer­tainty“ wer­den die Tas­ten­in­stru­mente ganz dick auf­ge­tra­gen, wel­che vor zehn Jah­ren bestimmt ein Hit in der Indie‐​Disco gewe­sen wären. „Volcano“ ist also ein recht ansehn­li­ches Album und hat sogar kleine Hits.

Es ist lei­der nur zur fal­schen Zeit ent­stan­den. Dabei ist hier ein herr­lich über­la­de­ner Sunshine‐​Pop mit psych­de­li­schen Momen­ten zu hören, indem man sogar die Beach Boys das ein oder andere Mal wiedererkennt.

Erschie­nen bei: Hea­venly Recor­dings /​PIAS /​Rough Trade
temp​lest​he​band​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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