// Musik

Samstag, 06. Januar 2018

The Cherry Dolls

Viva Los Dolls

The Cherry Dolls – Viva Los Dolls
The Cherry Dolls – Viva Los Dolls

Man merkt es sofort, The Cherry Dolls lie­ben die ver­gan­gen Tage der Rock‐​Geschichte, und sie lie­ben es ori­gi­nal­ge­treu. Das sieht man schon beim Art­work, ein Cover­mo­tiv, wel­ches auch von einer unter­schätz­ten Sechzigerjahre‐​Kapelle stam­men könnte. Dazu dann noch der Name The Cherry Dolls, der ist ja wie geschaf­fen für strai­gh­ten Rock mit Punk und Garage‐​Anleihen im Stil von New York Dolls.

Und mit die­sen Gen­res liegt man bei der aus­tra­li­schen Band ganz rich­tig. Einen klei­nen Namen haben sich The Cherry Dolls auch gemacht. Letz­tes Jahr haben sie mit der EP „Lone Palm“ schon für Begeis­te­rung gesorgt. Wenn man bedenkt, dass ihr Album‐​Debüt nur drei Songs mehr hat und die Spiel­dauer auch nicht spür­bar län­ger ist, dann kann man bei „Viva Los Dolls“ auch vom zwei­ten Lang­spie­ler oder Kurz­spie­ler reden.

Das Album kommt gerade mal auf ein biss­chen mehr als eine halbe Stunde. In der Kürze liegt die Würze, denn die zehn Songs haben meist genug Druck. Die Arran­ge­ments sind den­noch viel­schich­tig, sofern man beim Garage‐​Rock davon groß reden kann.

Doch man muss nur den Opener „Cop Out“ hören, dann weiß man, dass aus­ge­feilte Instru­men­ta­li­sie­rung und Garage‐​Musik sich nicht bei­ßen. Dazu ist der Gesang rot­zig genug, aber nicht schnod­de­rig, so dass auch klas­si­sche Hard‐​Rock‐​DNA in den Songs zu fin­den ist. Geschickt wer­den auch Schlacht­rufe ein­ge­baut, so dass man auch Punk vom Schlage The Hel­la­c­op­ters hier ding­fest machen kann.

Zwi­schen­drin wird bei die­ser LP auch noch eine schwel­ge­ri­sche Bal­lade namens „Kim­chi“ ein­ge­spielt. Diese reißt einen mit und kommt ohne Pathos oder alberne Posen daher.

Ja, The Cherry Dolls sind mehr als nur eine Band, die hier eine Dekade nach­spielt, sie mei­nen das ernst. Sie gehen ins Detail und den­noch nimmt man auch eine Prise Humor und char­mante Über­zeich­nung wahr. „Viva Los Dolls“ ist eine schöne Hom­mage und klingt auch heute noch herr­lich frisch.

Erschie­nen bei: Robot Records /​Soul­food Music
the​cher​ry​dolls​.band​camp​.com

Über den Autor

Hauke Heesch Hauke Heesch

Hauke Heesch ist der Mann beim För­de­flüs­te­rer mit der Nase für gute Musik. Jede sei­ner Emp­feh­lun­gen ist ein Kauf­be­fehl – wer dann noch Radio hört, ist selbst Schuld.

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